Colonia Dignidad [dt./OV]

 (1.406)
7,01 Std. 50 Min.2016X-Ray16
Chile, 11. September 1973. Hunderttausende protestieren auf den Straßen Santiagos gegen General Pinochet, der sich gegen den Präsidenten Salvador Allende an die Macht putscht.
Regie
Florian Gallenberger
Hauptdarsteller
Emma WatsonDaniel BrühlMichael Nyqvist
Genre
SpannungDramaGeschichte
Untertitel
DeutschEnglish [CC]
Wiedergabesprachen
DeutschEnglish
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Nebendarsteller
Richenda CareyVicky Krieps
Studio
Paramount Pictures
Hinweis zum Inhalt
NacktheitGewaltAlkoholkonsumRauchenSchimpfwörtersexuelle Inhalte
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Format
Prime Video (Online-Video wird gestreamt)
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Rezensionen

4,6 von 5 Sternen

1406 Bewertungen aus einem anderen Land

  1. 76% der Bewertungen haben 5 Sterne
  2. 14% der Bewertungen haben 4 Sterne
  3. 6% der Bewertungen haben 3 Sterne
  4. 2% der Bewertungen haben 2 Sterne
  5. 2% der Bewertungen haben 1 Sterne
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Top-Rezensionen aus Deutschland

Steffi-Jana BeckerAm 1. September 2019 in Deutschland rezensiert
1.0 von 5 Sternen
Sollte verboten werden!!!!!!!!
Verifizierter Kauf
An Gedenken an die Opfer...ich weiß nicht ob man den Film über diese schreckliche wahre Geschichte so Gewaltverherrlichen darstellen muss...es geht auch anders...dann liebers eine Doku mit seit Zeitzeugen machen o. so Als so was!!!! Ich fand den Film sehr schlimm und verstörend und mich hat er sehr traurig und verzweifelt gemacht, weil ich auch ein sehr hochsensibles Mädchen bin. Als Kind o. Jugendliche habe ich aus den Nachrichten mal was über diesen Mann gehört und ich habe seinetwegen Angst vor Gott und Jesus bekommen und damals habe ich schon als Kind an ihn geglaubt. Nur durch ein Wunder seiner Bewahrung bin ich bei Gott geblieben und weil ich nichts anderes hatte auf Grund meiner schlimmen Herkunftsgeschichte und weil ich später den wahren liebenden Jesus Christus kennenlernte, der nur liebt und nicht bestraft. Doch möchte ich dazu erwähnen, dass dieser Mann zwar alles unter dem Deckmantel des Christsein getan hat. Aber dieser Mann war kein Christ, sondern hat den Namen Gottes und Jesus Christus und Gottes Wort sowie die wahre Familie Gottes auf widerliche Art missbraucht und beschmutzt. Jesus Christus ist niemals so und auch Gott als Vater im Himmel ist nicht so, genauso wie sein Wort nicht so ist. Jesus liebt immer und er bestraft keiner Sünder mehr! Die Schuld der Welt hat Jesus Christus schon längst bezahlt und da ist nur noch Freiheit, Gnade, Liebe und Errettung sowie seine Erlösung auf ein ewiges Leben, egal was man getan hat. Sünde ist zwar Sünde!!! Aber Jesus ist auch Jesus...nämlich die Freiheit und Erlösung von der Sünden und seinen Folgen! Deshalb gibst keine Strafe mehr, die Strafe hat Jesus Christus für uns alle getragen. Es sind auch nicht alle Christen so und so wie dieser Mann sind es wenige schwarze Schafe, die ein Wolf im Schafpelz sind und nicht wirklich zur Familie Gottes gehören. Aber jeder glaubt es, weil man ihre Lügen glaubt und hereinfällt und nur durch Jesus Christus kann es enttarnt werden und er ist der einzige Schutz davor, wenn man mit ihm in lebendiger Beziehung lebt. Die meisten Christen sind ganz liebe Menschen. Sie haben zwar auch ihre Probleme, Verletzungen und es gibt auch Konflikte, weil sie eben unterschiedliche Menschen sind, aber die meisten lieben Jesus und wollen den Menschen auf eine gute Art dienen/helfen wie Jesus gedient hat, geholfen hat und den Namen Jesus Christus groß machen, damit jeder Mensch auf Erden bei Jesus und den Vater (Gott) eine liebevolle Heimat der Erlösung, des Friedens auf ein neues Leben, einen neuen Anfang findet. Natürlich wenn ein angeblicher Christ so was tut, dann wirkt es nochmal eine Besonderheit auf die ganze Christenheit auf. Aber es ist nicht fair alle Christen in einen Hut zu stecken und zu vergessen das es auch Christen gibt die viel Gutes und mit viel Liebe von Jesus Christus für die Menschen tun. In jeder Familie gibt es schwarze Schafe, die schlechtes tun und das nicht nur unter Christen, sondern auch in der weltlichen Region, in jeder Kultur und anders denkenen Menschen. Es gibt immer zwei Seiten einer Goldmetalle und kein Mensch ob er mit Jesus o. ohne ihn lebt ist vollkommen und tut sowohl bewusst als unbewusst gute und schlechte Dinge. Es gibt ja Erwachsene die gerne dann die ganzen Christen in ein Schuhkarton stecken und meinen alles Christen sind nur schlimm und verstecken ihre wahren böses Absichten und es ist schlimm das es solche Filme gibt, die dann die liebevollen Motive von Menschen, die wirklich zu Jesus gehören seiner Familie vollkommen verzehrt wird durch solche Filme und Nichtchristen sich dann anschauen und abschreckt davon sich ein eignes Bild davon zu machen.. Aber ich sage jetzt mal was den Erwachsenen, die den wahren lieben Vater und Jesus Christus noch nicht kennen. Es gibt auch unter Menschen, die ohne Gott leben und Atheisten sind und so was genauso tun und genauso schlimm sind, manchmal noch viel schlimmer. Ich komme aus einem Elternhaus, wo ich fast gestorben wäre auf Grund von schweren seelischen und körperlichen Misshandlungen und Missbrauch. Mein Stiefvater wollte z.b aus reiner sadistischen Spaß mich mit vier Jahren ertränken und ich bin oft von klein auf immer sehr schwer Krank geworden, weil mich das so sehr mit genommen hat und ich war immer ein ruhiges und liebes Kind. Selbst die schweren Depressionen, die ich immer hatte versuchten meine ersten Eltern mit Gewalt aus mir raus zu kriegen und die Krankheiten die ich dazu hatte. Viele Erwachsende die mich kennenlernten sagten meinen Herkunftseltern immer, was ich doch für ein liebes und freundliches Mädchen ich bin und das ich eine gute Tochter bin und sie doch eigentlich stolz mich auf sein könnten. Doch meine Herkunftseltern hassen mich, verachteten mich und liebten mich nicht, lehnten mich ab. Obwohl ich sie immer liebte und mit aller Kraft versuchte eine gute Tochter für sie zu sein, damit sie mich doch irgendwann lieb haben. Aber so war es eben nicht! Erst immer wenn es ganz schlimm wurde, wurde ich zum Arzt gebracht. Die Ärzte wussten aber oft nicht was mit mir los war und durchschauten meine Eltern nicht. Da sie sich immer als besorgte und gute Eltern hinstellen und mich als schlimmes Kind hinstellte und da ich nicht sprechen konnte und nur ängstlich reagierte, konnten die Ärzte mir nicht helfen. Ich konnte viele Jahre nicht sprechen und später hat man bei mir eine Hochsenilität festgestellt und warum ich auch nicht so das alles verkraften konnte und heute nichts aushalten kann, mich schutzlos u.s.w fühle und erwerbsunfähig bin. Sie lebten ohne Gott und Jesus und sind Atheisten. Obwohl mir niemand als Kind was von Gott und Jesus erzählte und sich kein Erwachsener sich um mich kümmerte ist Gott mir persönlich begegnet und später in Jesus Christus und er hat mir das Leben gerettet. Wenn man den wahren Jesus begegnet und auch Gott, sowie seine richtige Familie, die auch wirklich zu ihm gehört, dann ist da nur Liebe und Annahme, eine neue Hoffnung auf etwas Heilsames, ein Ausweg aus allem Leid und Schmerz und man bekommt eine Zuhause nicht nur hier, sondern auch in der Ewigkeit wartet die ewige Heimat, eine Ort wo du nur "Geliebt" bist und Teil einer neuen Familie bist als Kind Gottes bist mit vielen Geschwistern weltweit und in der Ewigkeit. Natürlich ist nicht alles perfekt und Menschen machen Fehler, verletzten sich o. nun böse Dinge wie dieser Mann in diesem Film. Aber Jesus Christus ist niemals so, er ist stärker und auch wenn man nicht alles versteht und trotzdem vertraut auf ihn, dann wird man erleben "Jesus Christus hat die ganze Welt überwunden und besiegt und durch ihn wird alles gut werden!" Denn trotz allem ist Gott gut und trotz meiner schlimmen Geschichte glaub ich daran, das Gott größer ist, mich liebt und will und nur das Beste will für mich statt Traurigkeit und Leid. Jesus Christus wird über Menschen, die sagen sie sind Christen und tun aber Dinge die seinen Namen der Liebe beschmutzen ans Licht bringt und irgendwann die Wahrheit erkennen lassen und sie haben ihr eigenes Urteil damit auch schon geschrieben, es sei denn sie kehren um und tun Buße für ihre Verbrechen, denn das ist seine Botschaft der Liebe und Vergebung. Jesus hat den Schuldschein der ganzen Welt bezahlt. Ich bin Kind Gottes und ich liebe die Menschen durch Jesus so wie sind und ich bin Christin und für mich muss sich keiner ändern...dafür steht Jesus ein. Wir ändern uns nur, wenn wir seine Liebe erkannt haben und was er für uns getan hat und was jeder Mensch für eine Kostbarkeit für Jesus ist und man deshalb durch seine Liebe sich ändert, weil man den Anderen liebt durch Jesus Christus und ihn nicht mehr weh tun will, weil es auch Jesus weht tut, wenn wir uns gegenseitig verletzten... so ist es!!! Amen!!! Emma Watson finde ich als Schauspielern eigentlich sehr gut und ich finde es sehr Schade, dass sie ihr wunderbares Talent an so einen Film verschwendet.
7 Personen fanden das hilfreich
AndreasCAm 31. Oktober 2022 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Spannend
Verifizierter Kauf
Sehr spannend,gut gespielt, sehr glaubhaft,
MKAm 7. August 2016 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Colonia Dignidad - Leben in Unwürde
Verifizierter Kauf
Am 11.09.1973 erfolgte in Chile der Militärputsch Augusto Pinochets gegen den gewählten Präsidenten Salvador Allende. In der Folge wurden linke Aktivisten verhaftet, ermordet oder in die "Colonia Dignidad", die "Kolonie der Würde", gebracht, die von dem deutschen ehemaligen Laienprediger und Jugendbetreuer Paul Schäfer 1961 gegründet und bis 1996 geführt wurde. Da die Führung der "Colonia Dignidad" Kontakte zur rechtsextremen Gruppierung "Patria y Liberdad" unterhielt, unterstütze sie indirekt diesen Putsch. Auf dem Gelände dieser Sekte beziehungsweise totalitären religiösen Gemeinschaft, die aus Auslandsdeutschen bestand, wurden die Gefangenen schwer gefoltert. Die meisten überlebten nicht.

Der Spielfilm "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" setzt an diesem Septembertag im Jahr 1973 an und erzählt die fiktive Geschichte des Studenten und Fotografen Daniel (Daniel Brühl) und seiner Freundin, der Lufthansastewardess Lena (Emma Watson). Sie geraten bei dem Aufruhr in den Straßen Santiago de Chiles in die Fänge der Militärs und werden in ein Fußballstadion verfrachtet. Daniel wird als Unterstützer Allendes identifiziert und abtransportiert. Lena kommt frei und findet heraus, dass Daniel in die weit entfernte, berüchtigte "Colonia Dignidad" verbracht worden ist. Sie reist dorthin und schließt sich der Gemeinschaft an, um Daniel wiederzufinden und gemeinsam mit ihm zu fliehen. Doch schnell stellt sie fest, dass sie in eine ausweglose Situation, ein ausbruchsicheres Gefängnis und eine Folteranstalt geraten ist.

"Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" ist ein bisschen Liebes- und ein bisschen Actionfilm und wirklich spannend. Vielleicht ist die Machart ein wenig konventionell und plakativ, hier und da zu oberflächlich oder scheint zu dick aufgetragen worden zu sein, zum Beispiel was die Person des Sektenführers Pius, dargestellt von Michael Nyqvist, angeht oder in Bezug auf das unterirdische Gänge-, Wasser- und Tunnelsystem. Ich finde diese Art der Umsetzung jedoch legitim, um ein größeres Publikum an die Existenz dieser Gemeinschaft und die damit verbundenen Skandale und Verbrechen, vor allem an das Leid der Opfer, zu erinnern oder aber zum Einstieg in die Materie für ein jüngeres Publikum. Dieses scheint durch die Besetzung mit Emma Watson als Lena auch konkret als Zielgruppe ausgemacht worden zu sein.

Die Struktur der "Colonia Dignidad", der strenge und harte Alltag dort, geprägt durch Zwangsarbeit und dem Zwang, zu schweigen, Pius' Selbstverständnis und sein Wesen, seine Kontakte zum chilenischen Militär, dem Geheimdienst und zur Regierung werden deutlich wiedergegeben und kommen der Wahrheit und dem Erlebten laut Aussagen von Zeitzeugen sogar ziemlich nah. Das halte ich für ein großes Verdient eines Filmes. Die unrühmliche Rolle, die die Deutsche Botschaft spielte, wird ebenfalls nicht ausgespart. Darüber hinaus nimmt der Film sich jedoch zu Recht genretypische Freiheiten heraus, zum Beispiel was die konkrete Ausführung der angestrebten Flucht angeht.

Schauspielerisch finde ich "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" auch gut; am meisten überzeugte mich persönlich Daniel Brühl.

Wissenswertes zum Hintergrund:
Unter anderem ist belegt, dass Paul Schäfer seine "Schäfchen" misshandelte, insbesondere Kinder Stromstößen aussetzte und missbrauchte und er schon in Deutschland wegen pädophiler Vergehen per Haftbefehl gesucht wurde, bevor er nach Chile auswanderte, ebenso dass Zwangsarbeit geleistet werden musste, dass Experimente mit Psychodrogen in der "Colonia Dignidad" vorgenommen wurden und dass es Selbstschussanlagen und elektrische Zäune mit Wachtürmen und Wachhunden gab.
Bis 2005 befand sich Schäfer auf der Flucht. 2010 starb er im Gefängnishospital in Santiago de Chile.

Der ehemalige Lagerarzt Hartmut Hopp lebt seit Jahren in Krefeld. Die ihn belastenden Akten und Protokolle umfassen 3000 Seiten auf Spanisch. Seit Jahren gibt es in Bezug auf einen Prozess gegen ihn keine Fortschritte, da Ermittler und Richter des Spanischen nicht mächtig seien und erst auf eine Übersetzung gewartet werden müsse.

Die Nachfolgegeneration betreibt auf dem Gelände der ehemaligen "Colonia Dignidad" ein Hotel, die "Villa Baviera", frisches Bier aus Maßkrügen, Schweinshaxen und Apfelstrudel werden angeboten, sowie Chiles größte Autobahnraststätte mit angeschlossenem Freizeitpark. Von der Vergangenheit wollen die meisten nichts wissen.
Sehr einfühlsam gemacht und interessant ist hierzu die Dokumentation von Martin Farkas und Matthias Zuber: "Deutsche Seelen - Leben nach der Colonia Dignidad" aus dem Jahr 2010.
6 Personen fanden das hilfreich
Peter A.Am 28. August 2022 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Toller Film
Verifizierter Kauf
Wer sich je mit der Thematik befasst hat bekommt durch diesen Film einen Einblick, auch wenn es ein sanfter Streifzug durch die tatsächlichen Geschehnisse ist, 2 wunderbare Hauptdarsteller!
2getherasoneAm 7. Februar 2017 in Deutschland rezensiert
3.0 von 5 Sternen
Wechselhaftes, aber durchaus spannendes und auf realen Ereignissen basierendes Drama.
Verifizierter Kauf
"Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" erzählt eine grundsätzlich fiktive, aber aus einigen realitätsnahen Versatzstücken zusammengesetzte Geschichte um den studentischen Aktivisten Daniel (etwas blass: Daniel Brühl, "Good Bye Lenin", "Rush") und dessen Freundin Lena (toll: Emma Watson, "Harry Potter", "Noah"), die 1973 in Chile im Verlauf eines Militärputsches durch General Augusto Pinochet auf unterschiedlichen Wegen in ein geheimes Folterlager der Militärpolizei gelangen.
Daniel wird als politischer Unterstützer des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende verschleppt und die zu Besuch befindliche Lena bemüht sich daraufhin aus eigenen Stücken, ihren Geliebten ausfindig zu machen und zu befreien. Das auch in der Realität existente Folterlager 'Colonia Dignidad', das sich unter dem Deckmantel einer ominösen Glaubensgemeinschaft des deutschen Laienpredigers und Kinderschänders Paul Schäfer verbirgt, entpuppt sich dabei als gefährlicher Ort der Gewalt und Unterdrückung, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.
In der Zusammenfassung klingt diese Geschichte zunächst sehr vielversprechend. Die jedoch teilweise unentschlossene und mitunter ziemlich weit von der Realität abdriftende Umsetzung des international agierenden und in München geborenen Regisseurs Florian Gallenberger ("Schatten der Zeit", "John Rabe", mit einem Oscar für den Kurzfilm "Quiero ser - Gestohlene Träume" ausgezeichnet), der sich zudem als Co-Autor des sprunghaften Drehbuchs verantwortlich zeigt, will so Vieles auf einmal sein, dass sich der eine oder andere Zuschauer möglicherweise fragt, welche Zielgruppe der knapp einhundert Minuten lange Film eigentlich ansprechen will.
Zunächst beginnt das von Benjamin Herrmann ("Der Schuh des Manitu", "Tom Sawyer") produzierte Abenteuer als dualistischer Polit-Thriller mit romantischen Liebesfilm-Allüren. Im späteren Verlauf durchlebt es jedoch etliche Metamorphosen als vorübergehender Entführungs-Schauerfilm mit Folter-Elementen oder Psycho-Thriller, der sich zu einem Sozialdrama wandelt, in dem unter anderem - im Rahmen einer ziemlich plakativen Inszenierung – Frauen unterdrückt, als schmutzige Huren denunziert und brutal geschlagen werden.
Diese augenscheinlich ziemlich präsente Wechselhaftigkeit, die man auch als 'mutigen Genre-Mix' bezeichnen könnte, dürfte einige Zuschauer vor die Herausforderung stellen, "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" nicht sämtliche Logik und Folgerichtigkeit abzuerkennen. Zeitweise hat man das Gefühl, mehreren Filmen gleichzeitig beizuwohnen. Immer dann, wenn man sich gerade aus eine bestimmte Situation oder Stimmung eingelassen hat, wechselt die Produktion plötzlich - manchmal zur eigenen Freude und manchmal zum eigenen Ärgernis - ihren Charakter.
Durchdringt man in der ersten Hälfte des im 2.35:1-Format vorliegenden Films die zeitweise etwas holprigen Geschehnisse und gewinnt die Handlung für sich, nimmt "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" insbesondere im letzten Drittel ordentlich Fahrt auf und präsentiert sich ab diesem Zeitpunkt infolge der Entkommensversuche von Lena und Daniel nicht nur erstmals mit einem deutlich erkennbaren roten Faden, sondern in gleichem Atemzug auch anhaltend spannend.
Es ist schade, dass der talentierte und engagierte Schauspieler Daniel Brühl neben der wirklich extrem ausstrahlungsstarken Emma Watson förmlich um Aufmerksamkeit buhlen muss und dass der routinierte Darsteller Mikael Nyqvist ("John Wick", "Mission Impossible – Phantom Protokoll") in seiner Rolle als Paul Schäfer einige Male an der Grenze zum Overacting entlang schrappt.
Was leider generell zu wenig Beachtung findet, ist der in der Wirklichkeit deutlich heftigere Hintergrund zu der 1961 in Chile gegründeten Siedlung der deutschen Sekte, die von dem irrsinnig-egomanen Anführer Paul Schäfer regiert wurde. Die Misshandlung unzähliger Frauen wird ebenso, wie die nachgewiesene Vergewaltigung von mindestens siebenundzwanzig Kindern und die Folterung etlicher Menschen mit staatlicher Zustimmung nur oberflächlich betrachtet. Es hätte dem bereits zwischen Oktober 2014 und Januar 2015 gedrehten Film möglicherweise gut getan, das Augenmerk etwas stärker und differenzierter auf diese Aspekte zu legen.
Die Kameraführung des für "Nordwand" mit dem Deutschen Filmpreis für die 'Beste Kamera' ausgezeichneten Kolja Brandt ("Die Logan Verschwörung ", "Nackt unter Wölfen") schwankt zwischen einer partiell wahrhaft erstklassigen Visualisierung und manchen - glücklicherweise selten vorkommenden - optisch eher durchschnittlichen Bildfolgen hin und her. Ähnlich verhält es sich mit der Synchronisierung, die zwar insgesamt gelungen ist, allerdings durch wahrnehmbare Qualitätsschwankungen nicht in voller Gänze überzeugen kann. Der Soundtrack stammt unter anderem aus der Feder des spanischen Komponisten Fernando Velázquez, der bereits an "Mama", "Crimson Peak" und "Stolz und Vorurteil und Zombies" beteiligt war.
- - - Fazit: "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" ist kein einfacher Film. Die aus verschiedenen Genres zusammengesetzte Handlung verlangt vom Zuschauer ein häufiges umstellen emotionaler Befindlichkeiten. Einerseits ist das natürlich durchaus reizvoll, andererseits aber auch verwirrend. Weniger wäre in diesem Fall eventuell mehr gewesen. Man kann den Drehbuchautoren zu Recht vorwerfen, zeitweise den roten Faden verloren und sich stilistisch nicht festgelegt zu haben. Die anfänglich schöne Liebesgeschichte geht später im Folter- und Sekten-Irrsinn verloren und findet anschließend nicht mehr zu ihrer anfänglichen Sensibilität zurück. Die Suspense-Elemente des Films wurden andererseits nur hin und wieder ausgereizt und verschenken dadurch eine realisierbar gewesene, stärkere Intensität und Bedrohlichkeit durch die in der Sekte stattfindenden Menschenrechtsverletzungen.
Sammler und Gelegenheitskonsumenten mit einem Faible für gradlinige Actionfilme oder Thriller könnten von dieser Produktion möglicherweise ebenso enttäuscht sein, wie Zuschauer, die sich einen höheren Realitätsanspruch gewünscht hätten.
Ein den klassischen Stilelementen des Genres verpflichteter Polit-Thriller mit hohem Nervenkitzel-Anspruch ist „Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" allenfalls bedingt. Menschen mit einer Vorliebe für nicht immer folgerichtige, aber einigermaßen intelligente, sich an wirkliche Ereignisse zumindest anlehnende und zum Ende hin spannende Dramen dürften hingegen durchaus Gefallen finden, wenn sie ihre Erwartungshaltungen dezent reduzieren und der streckenweise durchaus unterhaltsamen Produktion die immanente Unentschlossenheit und Sprunghaftigkeit nachsehen können.
Der Trailer verspricht etwas mehr Suspense und Handlungsdichte, als „Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" tatsächlich bieten kann. Die Altersfreigabe ist aufgrund einiger frauenfeindlicher und menschenverachtender Szenen und Aussagen durchaus angemessen.
6 Personen fanden das hilfreich
APB- GirlAm 18. Februar 2018 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Die Welt hält den Atem an.......................
Verifizierter Kauf
.........und schaut gespannt auf Chile.
Ich schaue auf Mikael Nyqvist [ starb mit nur 56 Jahren am 21. Juli 2017 RIP :`-( ] mit den stechenden Augen,
der Ultrafieses drauf hat und auf Zwei tolle Jungdarsteller und ihre Geschichte, die gleichsam schockierend wie berührend ist.
" Ich kam nach Chile vor ungefähr Vier Monaten,......und es ist mein Land geworden. Aber was dieses Land braucht,
ist Solidarität. Das Leid der Vielen darf nie wieder die Grundlage des Reichtums einer kleinen Elite sein................".
Dieser Film zeigt eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte,........aber......................
Aufgerollt wird die authentische Geschichte der " Colonia Dignidad " , zu Deutsch " Kolonie der Würde " , aus der Sicht
einer jungen Stewardess, die in den deutschen Revoluzzer Daniel, der für Allende- Anhänger politische Plakate gestaltet.
Und deshalb nach dem Militärputsch im September `73 an einen unbekannten Ort verschleppt und gefoltert wird.
" Und wenn ich da hingehe.....und beitrete? " - " Das würd` ich nicht tun. Vielleicht kommen Sie da nie wieder `raus. " -
" Aber ich komme `rein? " - " Wahrscheinlich. Bestimmt. "
Das Filmblog schreibt: Regisseur Florian Gallenberger erzählt zwar im Gewand eines allzu klassischen Gefangenenbefreiungs- Thrillers
von dem Leben und den Untaten des Führers Schäfer in der autoritären Sekte, schafft es aber nicht, Tiefe in das Phänomen
" Colonia Dignidad " einzubringen. Paul Schäfers System wird eher als pure Gewaltherrschaft dargestellt- ohne die Struktur
und Strategien, mit denen die Sektenjünger abhängig gehalten werden, eingehender zu beleuchten. Da ist was wahres dran, finde ich.

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Geschichte:

Lena und ihr geliebter Daniel geraten in die Fänge der Geheimpolizei:
Daniel wird verschleppt und festgehalten, Lena beschließt, sich der
berüchtigten Sekte, deren fromme Mitglieder Züch.tigung, Folter und Miss.brauch empfangen,
anzuschließen, um ihren Liebsten zu befreien.....................................

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Fazit:

Der Zaun unter Strom, die Hunde scharf , die Synchro der grauen Aufseherin absolut grottig,
nein, allgemein unterirdisch.
COLONIA DIGNIDAD besitzt auch Schwachstellen, trotzdem er klasse gespielt ist.
Die Motivation der Kolonie, die Macht Paul Schäfers, das Schicksal der Sektenkinder,
die Waffengeschäfte mit dem Diktator und die Menschenversuche- vieles bleibt oberflächlich.
Insbesondere die Rolle der Deutschen Botschaft wirft Fragen auf und ist damit nahe an der Realität.
Denn als die Geschehnisse aus der " Colonia Dignidad " bekannt wurden, zeigte die deutsche Regierung
kein großes Interesse an der Aufklärung.......................................
COLONIA DIGNIDAD ist trotz Vorwürfen einiger Mängel unfassbar und spannend inszeniert. Unschön dargestellt,......
nur auf diese Art kann man heutzutage auf etwas Unrühmliches aufmerksam machen.........................
" Zieh`deinen Kittel aus,.....und dein Oberteil. Hab` ich`s mir doch gedacht.......................".

Lauflänge: 105.42 Minuten ( mit Abspann ) !

Extras ( deutsche Untertitel ) :

Featurettes: " Die Stars ", " Die Geschichte ", " Die Premiere " = 7.22 Minuten!

- Hinter den Kulissen= 8.42 Minuten!

- Sky: Neu im Kino= 3.30 Minuten!

- Trailer & Spots, Bildergalerie!
3 Personen fanden das hilfreich
Gernot HaslerAm 7. Juli 2022 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Sehr gut
Verifizierter Kauf
sehr gut
Murrax de LigugéAm 31. August 2019 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
WAHNSINNSFILM OHNE MAKEL
Verifizierter Kauf
Dieser Filmplott hat absoluten Pfiff. Die schauspielerischen Leistungen ebenfalls!

SIE WERDEN ANGENEHM ÜBERRASCHT SEIN, ZUGLEICH ABWECHSLUNG VON ÜBLICHEN STANDARDS VORFINDEN.

Basierend auf schrecklichsten Tatsachen, schafft er es (na, der Film), die Dramatik der Gesamtsituation vor Ort, rücksichts- aber doch sehr eindrucksvoll in Szene zu setzen.

Er schenkt seinen Zuschauern dosierten Wechsel zwischen Schrecken, Hoffnung, Mitbangen und dem zeitweiligen Gefühl, teils mit in jener beklemmenden Kleinwelt totaler Entrechtung und Misshandlung zu stecken - sei es nur emotional.

Es wundert mich nicht, dass Herrschaften des deutschen Konsulats, willfährige Hilfeleister waren, jedoch bis heute dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

Der Verständige wird hier Bestätigung für das finden, was sich ihm längst hinter den Pappkulissen marode-skuriler Pseudodemokratien gezeigt hat.

Erkennbar werden außerdem wieder einmal die bisher stets erfolgreichen - und deshalb auch noch heute grundsätzlich - zum Einsatz gelangenden Blaupausen gängiger Unterdrückungssystematik.

Ganz gleich ob es um Verfolgung, Unterdrückung, Vernichtung anderer bei den Nazis ging, in der DDR, in reaktionären südamerikanische Staaten oder einfach menschenverachtenden Sekten, ständig zeichnen sich folgende Standards im Umgange mit Menschen ab:

- räumliches Trennen von der Außenwelt

- räumliches Trennen untereinander, innerhalb des gemeinsamen Mikrokosmos' (Lager,Teilstaat, etc.)

- Schwächen und Brechen durch Arbeit, Mangelernährung sowie unsinnige Vorgaben

- Überzogen terminpunktuelle Tagesabläufe zur steten Sichtbarhaltung aufgezwungener Monotonie, wodurch sich Frustfaktoren steigern

- Misstrauen untereinander säen

- gegenseitiges Ausspionieren und Überwachen zum Standard werden lassen

- Denunziation fördern

- Peitsche und seltenes Zuckerbrot für Systemfunktionäre vorzeigen, auch nutzen

- physische und psychische Gewaltanwendung durch Folter

- dem Menschen einreden, er täte wohlgefälliges Werk, wenn er unter bestimmten Bedingungen anderen massiv schadet, ja, womöglich tötet.

Die treibenden Kräfte sind seit Alters her immer dieselben, und die vor allem ganz bewusst darauf achten, möglichst den Menschen das Schadwerk aneinander selbst verrichten zu lassen, durch gezielte Ausnutzung von Ängsten, Schwächen, Charakterschrunzen.

TAUCHEN SIE EIN IN EINE SCHRILLE WELT DES SCHRECKENS, WELCHE DIESER FILM HIER NOCH SEHR GNADENVOLL DEZENT HÄLT!

SELBST DAS WIRD STRECKENWEISE AM NERVENKOSTÜM RÜTTELN!

SPANNUNG IST GARANTIERT.
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