Das kalte Herz

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1 Std. 59 Min.201612
Der mittellose Peter sucht aus Liebe zu der schönen Lisbeth, die aus gutem Hause stammt, einen Weg um reich zu werden. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf einen Pakt mit dem diabolischen Holländer-Michel ein, der ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzt. Befreit von jeglichem Mitgefühl gelangt Peter schnell zu Reichtum und Ansehen. Doch Lisbeth erkennt ihren einst so ...
Regie
Johannes Naber
Hauptdarsteller
Frederick LauHenriette ConfuriusMoritz Bleibtreu
Genre
Science Fiction
Untertitel
English
Wiedergabesprachen
Deutsch
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Nebendarsteller
Milan PeschelDavid SchütterAndré M. HennickeSebastian BlombergRoeland WiesnekkerJule Böwe
Produzenten
Steffen ReuterChristoph FisserHenning MolfenterCarl Woebcken
Studio
Schmidtz Katze Filmkollektiv
Hinweis zum Inhalt
GewaltAlkoholkonsumRauchenSchimpfwörtersexuelle Inhalte
Kaufrechte
Direkt streamen Details
Format
Prime Video (Online-Video wird gestreamt)
Geräte
Kann auf unterstützten Geräten angesehen werden

Rezensionen

4,4 von 5 Sternen

353 Bewertungen aus einem anderen Land

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  5. 5% der Bewertungen haben 1 Sterne
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Top-Rezensionen aus Deutschland

RayAm 14. April 2017 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Die tragische Geschichte des Köhlerjungen Peter Munk....
Verifizierter Kauf
Die Schwarzwaldsage "Das Kalte Herz" des deutschen Märchenerzählers Wilhelm Hauff (1802-1827) wurde schon mehrfach verfilmt. Im Jahr 1924 von Fred Sauer, dann 1933 durch Karl Ulrich Schnabel. Die DEFA-Produktion von 1950 war sehr erfolgreich und löste eine echte Kinderfilm- und Märchenfilmwelle in der DDR aus. 1978 versuchte sich das ZDF an einer sechsteigligen Serie. Es folgte eine Variante aus der Sowjetunion. Die Augsburger Puppenkiste nahm sich ebenfalls dem interessanten Stoff an. Auch Animationsfilmer Hannes Rall mit seiner 29minütigen Version darf dabei nicht vergessen werden. 2014 fand "Das kalte Herz" wieder Platz im ZDF Programm, als eine der Folgen der Reihe "Märchenperlen im ZDF".

Vielleicht ist die 2016er Kinoversion von Regisseur Johannes Naber (Deutscher Filmpreis in Bronze für "Zeit der Kannibalen" die bislang ambitionierteste und aufwendigste von allen, denn schon alleine in der Besetzung sind große Namen deutscher Schauspieler wie Moritz Bleibtreu oder Frederic Lau dabei.

Im Grunde ist "Das kalte Herz" aber eher eine Sage als ein Märchen - die Geschichte des jungen Köhlers Peter Munk erschien 1827 in Hauffs "Märchenalamach aus dem Jahre 1828" in zwei Teilen eingebettet in die Erzählung "Das Wirtshaus im Spessart". Tatsächlich hat Johannes Nabel stellenweise einen fasznierenden deutschen Film gemacht, der allerdings auch einige Schwächen aufweist und vielleicht hätte man ihn noch besser machen können, wenn man sich mehr an die Vorlage gehalten hätte, der Liebesgeschichte nicht ganz so viel Raum gegeben hätte. An Sebastian Lau als Peter Munk muss man sich ein bisschen gewöhnen, es liegt aber vielleicht auch daran, dass man anfangs beim Gesicht von Lau zu dick Ruß aufgetragen hat und er bewusst etwas zu tölpelhaft agiert, weil man die Verwandlung des Charakters deutlich herausstellen wollte - wäre aber nicht nötig gewesen in dieser etwas übertriebenen Art.

Die Schwarzwaldsage, die erzählt wird, handelt von zwei Arten von Geistern: Das im Wald beheimatete Glasmännchen (Milan Peschel) ist ein guter Geister, der mit seinen Artgenossen in den Bäumen lebt und jedem drei Wünsche gewähren, die darum bittet - vorausgesetzt sie sind an einem Sonntag zwischen 11 und 2 Uhr geboren. Die Menschen im Schwarzwald, in der Nähe von Wolfach, glauben aber nicht mehr so stark an diese Waldgeister. Denn der Mensch stellt sich gegen die Natur und will die Welt erobern. Ganz in der Nähe gibts aber auch noch einen bösen Geist, der mit dem Teufel im Bunde steht. Es ist der Holländer-Michel (Moritz Bleibtreu), der fordert aber von jedem der ihn um Hilfe bittet das Herz und tauscht das menschliche Herz gegen ein Herz aus Stein aus. Peter Munk (Frederic Lau) ist verliebt in die hübsche Lisbeth (Henriette Confurius), Tochter des Glasbläsers Löbl (Sebastian Blomberg). Doch die ist unerreichbar für einen armen Köhlerssohn wie ihn. In der Geselllschaftlichen Rangordnung stehen die Köhler ganz weit unten. Weit mehr angesehen sind die Glasbläser und die Holzfäller. Daher hat Bastian (David Schütter), der Sohn von Holzhändler Etzel (Roeland Wiesnekker) viel mehr Chancen bei der Brautwerbung, obwohl Lisbeth schon auch etwas für den gutmütigen Peter empfindet. Der Vater verbietet aber den Umgang. Eines Tages trifft Peter tatsächlich auf das Glasmännchen und er wünscht sich drei eher dumme Wünsche: 1. Bester Tänzer zu sein 2. Immer soviel Geld in den Taschen zu haben wie der reiche Etzel und 3. Eine Glashütte zu besitzen. Bald merkt er aber, dass er noch mehr Hilfe braucht und das Schicksal will es, dass er beim Geist des Holländer-Michels vorbeischaut. Dieser will ihn zum reichen und angesehenen Mann machen, der sich alles leisten kann. Der Preis ist aber das Herz. Mit kaltem Herz aus Stein geht er auf Wanderschaft und kommt irgendwann in seine Heimatstadt Gutach zurück....

Johannes Naber ist es gelungen eine schöne märchenhafte Atmosphäre zu schaffen, sein Schwarzwald ist ein Ort voller alter Geheimnisse und die Bebilderung des Films ist gut gelungen. Kameramann Pascal Schmit hat das Szenario in authentische Bilder verpackt. Durch die Liebesgeschichte ist die Handlung aber manchmal etwas zu überfrachtet. Dennoch fesselt der Film phasenweise. Auch Moritz Bleibtreu, den ich zuerst nicht erkannte, überzeugt als fieser Holländer Michel, da er seine Rolle nicht übertreibt, sondern insgesamt doch eher verhalten agiert. Die Botschaft ist natürlich wie oft in Märchen und Sagen sehr lehrreich.
3 Personen fanden das hilfreich
Johann ÖttlAm 5. März 2018 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Gelungene Neuinterpretation
Verifizierter Kauf
Ich wundere mich darüber, wieso dieser gelungene Film hier nur so eine durchschnittliche Wertung hält? Ein Blick auf die negativen Rezensionen offenbart, dass viele mit den Eigenheiten und Freiheiten, die sich der Film nimmt, offenbar ihre Probleme haben.
Gewiss, Elemente wie Gesichtstätowierungen und Stirnzöpfe oder die Tanzeinlagen erschienen mir anfangs auch etwas suspekt. Doch im Grunde fügen sie sich gut in das Gesamtbild des Filmes ein. Denn obwohl der Schwarzwald als Handlungsort steht, wird der Film so etwas von Ort und Zeit entrückt. Es war also nie Absicht des Filmes, das Leben im Schwarzwald im frühen 19. Jahrhundert korrekt nachzubilden. Wie man Interviews entnehmen kann, war es auch nicht die Absicht, den DEFA-Klassiker von 1950 zu kopieren. Es sollte von Anfang an eine eigene, moderne Interpretation der Vorlage entstehen, ebenfalls befreit von jeglicher christlicher Symbolik.

Mehr noch als zum DEFA-Film, bietet sich aber ein Vergleich zur Verfilmung von 2014 an, die nur zwei Jahre früher als Fernsehfilm für die Reihe "Märchenperlen" entstand, mit Rafael Gareisen als Kohlenpeter und Thomas Thieme als Holländer-Michel. Diese Verfilmung ist ebenfalls sehr gelungen, hält sich dabei aber eng an die literarische Vorlage und wirkt folkloristischer. Besser oder schlechter ist keiner der beiden Filme, da diese klar unterschiedliche Herangehensweisen aufweisen. Beide Filme ergänzen sich ideal als Interpretation des Märchens.

Diesem Kinofilm merkt man natürlich an, dass er ein weitaus größeres Budget hatte, was sich in Ausstattung, Kostümen und Kulissen widerspiegelt. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden lässt er sich auch Zeit, seine Geschichte zu erzählen. Er nimmt sich aber auch einige Freiheiten, was die literarische Vorlage Hauffs betrifft, die besonders ab der Hälfte des Filmes zunehmen. Puristen mögen sich darüber vielleicht empören, aber im Grunde ist es ein löblicher Ansatz, denn so hinterlässt der Film seine eigene Marke. So lebt etwa Peter Munks Vater noch, es wird die menschliche Vergangenheit des Holländer-Michels durchleuchtet und der Tanzbodenkönig ist hier der Sohn Ezechiels (Etzels) und hat nicht sein Herz verkauft. Schon allein diese Elemente bieten Stoff für interessante Handlungsstränge. Etwa, wie sich der Tanzbodenkönig nur nach der Zuneigung seines Vaters sehnt, dessen Erwartungen erfüllen möchte, aber nicht versteht, wieso dieser so "herzlos" ist. Die Nennung weiterer Änderungen, die vor allem ab der Hälfte auftreten, würden hier aber zu sehr spoilern.

Der Film bietet überzeugendes Schauspiel. Frederick Lau nimmt man seine Rolle als Köhler ab, auch da er keinem Schönlings-Klischee entspricht. Henriette Confurius als Schwarzwaldschönheit, Sebastian Blomberg als ihr Vater, David Schütter als Tanzbodenkönig, selbst Ketel Weber als stummer Kutscher und Leibwächter, jeder Darsteller erfüllt seine Rolle mit Bravour. Über die Darstellungen von Glasmännlein und Michel mögen viele hier geteilter Meinung sein, aber ich halte diese Ausrichtung nicht nur für legitim, sondern sehr gelungen. Es wirkt eben moderner, das Glasmännlein als Natur- und Baumgeist zu zeigen, als als rauchenden Zwerg mit Spitzhut. Besonderes Lob verdienen auch die Landschafts und Gebäudeaufnahmen: Tiefe, dunkle Wälder, die auch wirklich noch wie Wälder wirken und nicht wie Forste, die Glashütte im Schwarzwälder Bauernstil, die Floßlände vor der Kulisse des Elbsandsteingebirges, das mittelalterlich anmutende Dorf Gutach, als zentraler Handlungsort, welches komplett im Studio Babelsberg entstand. Kulissen, Kostüme und Machart wirken aber dennoch "geerdet", also ganz anders, als in vielen amerikanischen Fantasyfilmen, die einen mit Klischees und CGI-Overkill erschlagen.

Letztlich stellt sich also die Frage, ob man unbefangen an den Film herangehen und die Abwandlungen annehmen kann. Denn dann erwartet einen eine sehr gelungene Neuinterpretation des Kunstmärchens.
19 Personen fanden das hilfreich
Blue_Guitar_80Am 31. Juli 2017 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Gelungener Fantasy-/Märchenfilm für Erwachsene
Verifizierter Kauf
Zuerst muss ich sagen, dass ich die alten Verfilmungen allesamt nicht kenne und kann den Film daher neutral bewerten, ohne emotional nostalgische Maßstäbe zur Bewertung heranzuziehen. Allerdings habe ich auch Hauffs Originalgeschichte (noch) nicht gelesen.

Der Film ergibt am Ende ein stimmiges Gesamtbild, welches ohne ein riesiges Effektfeuerwerk erzählt wird, wie man es gerade bei Fantasy- und Märchenfilmen, speziell aus Amerika, in den letzten Jahren gewohnt ist und dennoch ist der Film optisch außerordentlich schön gemacht. Die düstere und kühle Atmosphäre wechselt häufig mit lichten und warmen Momenten und hier wird neben dem guten Schauspiel viel mit Licht, Farben und Ton gearbeitet. Die Kostüme und die Ausgestaltung der Geschichte durch die Kulissen und Szenen ist ebenfalls toll in Szene gesetzt und man bekommt den Eindruck, auch wenn die Geschichte keine historisch korrekte ist, dass das Leben im Schwarzwald früher ein sehr hartes gewesen sein könnte.
Die Besetzung der Rollen ist sehr gut gewählt und die Schauspieler machen ihre Sache ebenfalls sehr gut, egal ob Frederick Lau als Peter Munk, der am Anfang erst verschreckt und am Ende gefühlskalt ist, Henriette Confurius als warmherzige und liebevolle Tochter des Glasmachers oder auch Sebastian Blomberg als eitler und räsonierter Glasmacher - alle Schauspieler spielen ihre Rollen gut.
Der Film ist relativ ruhig und kommt gut ohne viel Action und ohne ein großes überzeichnetes Drama aus, denn er setzt eher auf die Entwicklung der einzelnen Charaktere und daher braucht er auch etwas Zeit um erzählt zu werden.

Ich würde empfehlen den Film nicht mit Kindern anzusehen, zumindest nicht ungeprüft mit jedem Kind ab 12 Jahren, denn auch wenn der Film nicht all zu drastisch oder graphisch wird, gibt es dennoch die eine oder andere Szene, die ein Kind etwas verstört hinterlassen könnte. Damit meine ich unter anderem den Teil als in der Höhle des Holländermichels herausgeschnittene und schlagende Herzen in der Höhle hängen oder ein Hund erschlagen wird - letzteres ist allerdings nicht zu sehen und man hört den Hund nur einmal kurz Jaulen, doch es gibt sicherlich viele Kinder denen dies sehr weh oder leid tun könnte.

Man darf nicht vergessen, dass viele Märchen an sich recht dramatisch, kühl odder grausam sind und dies wird hier prima durch das Schauspiel und das Szenenbild transportiert. Nicht umsonst werden viele Märchen auch des öfteren literarisch betrachtet schon zu den sogenannten Gothic Tales, also Gruselgeschichten, eingeordnet.

Diese Verfimung von "Das kalte Herz" ist absolut gelungen, vor allem für einen deutschen Film und braucht den Vergleich, beispielsweise mit britischen Märchenfilmen, nicht scheuen. Ich werde mir den Film sicherlich nochmal ansehen und evtl. findet er auch den Weg in mein DVD-Regal.
2 Personen fanden das hilfreich
Blume 9088Am 8. Juli 2017 in Deutschland rezensiert
3.0 von 5 Sternen
Sympathische Neuverfilmung mit fehlendem Mut zum Kern der Sache und wenig Märchenflair für Kinder
Verifizierter Kauf
Zuerst muss ich dem Cast ein Lob aussprechen. Frederick Lau als Hauptdarsteller zu besetzen finde ich eine hervorragende Wahl, da er es zum einen schafft durch sein nicht stereotypisches Modelgesicht der Figur des Peter Munk in der ersten Hälfte authentisch das Versagertum und - man kann es wohl so nennen - Mobbingopfer seiner Dorfgesellschaft ein Gesicht zu geben. Auch nach seiner Wiederkehr schafft er es, den Peter Munk als kalten Geschäftsmann zu spielen - obwohl ich mir hier mehr Härte gewünscht hätte. Aber das ist vll auch dem Drehbuch geschuldet. Weshalb ich den ersten Punkt abziehe ist der veränderte (achtung Spoiler) Hergang von Lisbeths Tod. Im Märchen erschlägt er sie - was auch aufgrund seiner Charakteränderung plausibel ist. Mir scheint, hier hatte man keinen Mut, diese Wandlung eines Charakters durchzuhalten, um ihn am Ende durch Reue wieder vollständig zu rehabilitieren. Stattdessen wird der Tod als Unfall inszeniert, um den Helden nicht zu Tief fallen zu lassen. Einfach nur Schade um die Tiefe des Stoffs.
Ähnlich überzeugt hat mich Henriette Confurius - obwohl man ihren Charakter noch etwas mehr hätte herausarbeiten können. In der 1950er Fassung war ihre soziale Ader noch besser dargestellt, was aber auch dem Drehbuch anzulasten ist.
Es wurde im Gegensatz zum Originalmärchen ein paar Plot-änderungen vorgenommen, die Nebenhandlung ausgebaut, was der Qualität des Films ein bisschen mehr Spannung verlieh. Die Nebendarsteller vom Glasmännlein bis zur Mutter Munk sind nachvollziehbar konzeptioniert. Auch Peters Gegenspieler, ein deutscher Jonathan Rhys Myers macht seine Sache als unsicherer Sohn und aggressiver Nebenbuhler zuweilen besser als Tom Felton in Harry Potter.
Den zweiten Punkt Abzug muss ich geben, da mir die Einführung vom Holländermichel nicht so recht in die Geschichte passte. Diese übernatürliche Figur erklären zu wollen, hat nicht funktioniert. Hier ist das Einlassen auf Phantasie notwendig, also eine Erklärung eher kontraproduktiv. Dass mit dem Glasmännlein noch eine Ökobotschaft transportiert wird, halte ich im Gegensatz zu meinen Vorrednern für eine angemessene zeitgemäße Gesellschaftskritik, die durchaus in einer Neuinterpretation eingebaut werden kann. Ich würde mir den Film auf jeden Fall noch einmal ansehen, nicht zuletzt wegen der tollen Optik und Musik - aber man hätte mehr draus machen können. Allen die ihn nicht kennen, empfehle ich die 1950er Verfilmung mit Lutz Moik und Erwin Geschonnek.
Als Märchen für kleine Kinder halte ich diesen Film übrigens für weniger geeignet. Nicht nur wegen der Darstellung der sexuellen Beziehung zwischen Peter und Lisbeth, sondern auch wegen der fehlenden märchenhaften Stimmung. Der Film ist recht düster und bedächtig. Es ist eher ein Versuch, die Handlung in ein historisch gut rekonstruiertes Dorf-Milieu zu verlegen.
16 Personen fanden das hilfreich
J.A.Hallbauer ;Doc HallidayAm 1. April 2017 in Deutschland rezensiert
2.0 von 5 Sternen
Bildgewaltig und - enttäuschend!
Verifizierter Kauf
Die Geschichte entnehme man der Beschreibung des Filmes.
Um Erfolg zu haben, braucht man ein Herz aus Stein, um skrupellos das Geld , das auf der Straße liege, aufzusammeln. So erklärt es der Holländer- Michel (Moritz Bleibtreu) dem Köhler Peter Munk ( Frederick Lau), der die hübsche Lisbeth (Henriette Confurius) liebt, nach einem Besuch der Fantasywelt des Michel, der sein Herz aus Stein mit ewigem Leben bezahlt, da man ohne Herz nicht sterben könne und Herzen sammelt, deren Besitzer mit einem kalten Stein anstelle des Herzens Erfolg haben.
Nach dem ersten Besuch der Welt des Mysteriösen mit dem Glasmännchen (Milan Peschel) kann Peter zwar dem reichen Holzhändler Etzel (Roeland Wiesnekker) beim Würfelspiel genug Geld abknöpfen , um eine Glaserwerkstatt zu ersteigern und dem Sohn des Händlers, Dauertanzpartner der hübschen Lisbeth, beim Tanzwettbewerb die Show stehlen, aber die 500 Taler, die Lisbeths Vater (Sebastian Blomberg) für die Ausrichtung der Hochzeit seiner Tochter fordert, werden nach erneutem Würfelspiel dem armen Peter gemopst, und so kommt es dazu. dass er mit Stein statt Herz in Brustkorb Karriere macht und sich bei seiner Rückkehr als herzloser Ausbeuter zeigt, den Lisbeth nicht mehr heiraten will.
Geleitet durch ein Rotkehlchen erobert Peter sein sündenbeflecktes Herz zurück, und jetzt braucht er seinen angehäuften Reichtum auch nicht mehr.

"Würdiger Nachfolger von Krabat." "Romantisches Märchenepos (vor allem) für Erwachsene." Ojemine!
Fast die Hälfte des Filmes braucht es, bis Peter sein Herz gegen den Stein tauscht, und die hübsche Lisbeth hat er nicht durch sein gutes Wesen, sondern durch Trickserei nach dem ersten Besuch in der Welt des Holländer-Michel erobert. Er zeigt später keine Einsicht in seinen verwerflichen Charakter, sondern muss sich ändern, da Lisbeth ihn zurückweist. Erst als er sie wiederhat, wird er bescheiden und verschenkt seine Reichtümer.
Märchenhaft ist bei dem Film die bombastische Ausstattung, die tolle Szenerie im Schwarzwald und die vielen guten Darsteller, entnervend die ewige Melodie "ahaa", die Protagonisten sind überhaupt nicht märchenhaft, Milan Peschel als Glasmännchen sieht aus wie ein Indianer mit Kriegsbemalung, Moritz Bleibtreu als Holländer-Michel ein Freak mit Punkfrisur, die Prügeleien mit Holzstab als Waffe zwischen dem Sohn des reichen Etzel, Bastian (David Schütter), und unserem Petersind e her was für Freunde von Martial-Arts-Filmen als für Märchenfreunde, mit großartigen Bildern und vielen renomierten guten Darstellern wurde hier auf Teufel komm raus ein wenig märchenhaftes, sondern nur bildgewaltiges "Epos" gedreht, an dem weder Kinder ab 12 Jahren noch Erwachsene ihre Freude haben dürften.

Selten soviele tolle Mimen in einem solch enttäuschenden Film gesehen, zwischen Krabat und "Das kalte Herz" liegen Welten.

Doc Halliday
11 Personen fanden das hilfreich
Jürgen VahleAm 10. Januar 2022 in Deutschland rezensiert
3.0 von 5 Sternen
Das kalte Herz
Verifizierter Kauf
Im Vergleich zur DEFA-Verfilmung schwächer. Moritz Bleibtreu wird zwar "gruselig" verfremdet, wirkt in der Rolle des Holländer-Michel aber nicht überzeugend. Das Glasmännlein der Vorlage wird ohne ersichtlichen Grund zur Gruppe der Waldgeister. Die ersten zwei Drittel des Films sind in Ordnung und teilweise auch liebevoll gestaltet. Der Schlussteil rutscht stark ins Kitschige ab.
SonnenscheinAm 22. April 2018 in Deutschland rezensiert
2.0 von 5 Sternen
Der Köhler im Netztop, das Psycho-Glasmännchen und die Öko-Mutter
Verifizierter Kauf
Mit deutschen Kinderfilmen konnten wir bisher nicht so richtig warm werden, leider war der Film das Kalte Herz keine Ausnahme.
Während des gesamten Filmes herrscht eine bedrohliche und depressive Grundstimmung. Eine Serie negativer Ereignisse trifft den Köhler Peter Munk, der ihnen nichts entgegenzusetzen hat. Dieser Film ist auf jeden Fall nichts für kleine Kinder, er ist düster und relativ gruselig. Der Holländer Michel schneidet dem Protagonisten und sich selbst das Herz heraus und wird am Ende von Schlangen von innen aufgefressen. Auch das Herz von Peter wird wegen seiner schlechten Taten von Maden und Würmern zerfressen. Das war nicht sehr hübsch anzusehen. Obwohl der Film viele gute Ansätze und eine passable Handlung besitzt, schafft er es nicht, diese überzeugend auszuarbeiten.
Leider ist keiner der Hauptcharaktere auch nur ansatzweise sympathisch,alle bleiben seltsam blass, so dass es dem Zuschauer schwerfällt, sich mit den Figuren zu identifizieren.
Einzig das Glasmännchen, (ohne jeglichen Bezug zu Glas), das wie ein schlechter Mix aus Gollum und einem verhaltensoriginellen australischen Ureinwohner-Verschnitt, der im Exil im Schwarzwald lebt, wirkt, konnte uns unterhalten. Es war so schlecht gemacht, dass es schon wieder lustig war.
Auch andere Charaktere kann mal wohl am besten mit dem Adjektiv "seltsam" beschreiben, (der Kohlenverkäufer/Bettler sollte dringend mal den Friseur wechseln). Die Mutter des Protagonisten sieht so aus, als würde sie einen esoterischen Ökoladen führen und agiert während des gesamten Filmes seltsam passiv, ihre Haupteigenschaft ist es, traurig zu gucken.
Auch die Kostüme und Requisiten wirken irgendwie billig und unpassend. Das bauchfreie Netztop, das der Köhler am Anfang des Filmes trägt, ist wirklich seltsam. Das Dorf in dem die Geschichte spielt, hat leider nur drei weibliche Einwohner, sie haben alle seltsame Tätowierungen im Gesicht, die irritieren und überhaupt nicht in den Schwarzwald passen.
Dieser Film ist der deutsche Versuch, eine "magische" Geschichte zu erzählen und obwohl es gute Ansätze gibt und die Geschichte spannend ist, artet er zu einem depressiven Problemfilm aus, in dem der Protagonist entweder in unmöglichen Kostümen durch den Wald rennt, mit einem Psycho-Glasmännchen Deals macht, sich sein Herz vom Holländer-Michel heraus schneiden lässt und weitere nicht nachvollziehbare Handlungen ausführt. Einen mitreißenden Film stelle ich mir anders vor.
8 Personen fanden das hilfreich
SchimmelmangAm 4. April 2022 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Hauff: Das kalte Herz
Verifizierter Kauf
Brillante Verfilmung. Blitzlieferung. Annehmbarer Preis. Vielen Dank.
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