Die Welle

 (2.198)
7,61 Std. 42 Min.201112
Lehrer Rainer Wenger startet mit seinen Schülern ein Faschismus-Experiment.
Regie
Dennis Gansel
Hauptdarsteller
Maximilian VollmarFrederick LauCristina do Rego
Genre
SpannungDrama
Untertitel
Deutsch [UT]
Wiedergabesprachen
Deutsch
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Produzenten
Christian Becker
Studio
Constantin Film
Hinweis zum Inhalt
GewaltAlkoholkonsumRauchensexuelle Inhalte
Kaufrechte
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Format
Prime Video (Online-Video wird gestreamt)
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Rezensionen

4,5 von 5 Sternen

2198 Bewertungen aus einem anderen Land

  1. 73% der Bewertungen haben 5 Sterne
  2. 16% der Bewertungen haben 4 Sterne
  3. 6% der Bewertungen haben 3 Sterne
  4. 3% der Bewertungen haben 2 Sterne
  5. 3% der Bewertungen haben 1 Sterne
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Top-Rezensionen aus Deutschland

Tita Fürst - KorenAm 27. Mai 2022 in Deutschland rezensiert
3.0 von 5 Sternen
Die Gefahr lauert um uns...in uns?
Verifizierter Kauf
PROLOG:
Vorneweg, ich habe sowohl "The Wave" (1981) und "The Stanford Prison Experiment" (2015) gesehen, den letzen besprochen. Weiter habe ich viel über die Themen gelesen, was zum Teil auch an der Profession liegt. Diesen Film habe ich fast sofort nach dem Erscheinen gesehen (er war/ist auch bei uns sehr bekannt). Nun habe ich mir die Geschehnisse noch einmal angeschaut.
Was ist passiert? Viel, sehr viel...Das Leben in einer Zeit größter Ungewissheit soll uns zum Nachdenken anregen. Zum Handeln? Zum…?

ZU DEM FILM:
»Die Welle« hat ihren Ursprüng in USA.
Der Film zeigt das Experiment "auf Deutsch".

Eine Gruppe Schüler*innen beginnt im Rahmen der verschiedenen Seminare mit dem Thema »Autokratie«. Zwar will der junge Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) lieber über Anarchie diskutieren, doch das übernimmt ein alterer, hyperkorrekter Kollege.
Rainer duzt sich mit den Schuller*innen, als Sportlehrer trainiert er das Wasserballteam, auch dort sind alle ziemlich locker.

Die erste Stunde "der Autokratie-Woche" beginnt. Sofort werden Stimmen laut, man solle, bitte, nicht wieder über die bekannte Geschichte reden und schreiben. Nach einigen Hindernissen gehen sowohl Schüller*innen wie der Lehrer aktiv zur Sache. Wenn schon Autokratie, dann sollte man SIE auch zeigen bzw. leben..
Ab sofort wird Rainer nur noch als "Herr Wenger" genannt. Die Klasse muss stehen, wenn sie antwortet. Alles schnell, präzise.
Es geht weiter. Einen Leader haben sie schon, es sollen "Uniformen" her. Ein weißes Hemd und Jeans besitzt doch jeder. Vorher wird erläutert, WARUM die Uniformirung so perfekt in das Konzept passt.
Ein Name, ohne geht es nich. DIE WELLE bekommt die meisten Stimmen. Und ein Gruß ist absolut notwendig.
Man wundert sich nur, wie schnell sich die Jugendlichen in den neuen Rollen zurechtfinden. Der Kurs (Autokratie-die Welle-Herr Wenger...) findet neue Anhänger. Die wollen dabei sein. Nur zwei Mädchen wollen nicht mitmachen und verlassen die Gruppe.

Auch nach der Schule sind die jungen Menschen bei der Arbeit. Die ganze Stadt ist voll vom Aufkleber(n), überall Graffitis mit dem Logo »der Welle«. Es geht rasend schnell.
Und, es wird irgendwie anders. Sie sind mehr zusammen, helfen sich. Keiner braucht Angst zu haben, die Welle hilft - ihren Mitstreiter*innen.

Die Direktorin ist vorerst sehr zufrieden, sagt aber zum Wenger, dass andere Lehrer*innen es nicht so sehen. Vielleicht Eifersucht?

Rainers Frau Anke (Christiane Paul) ist auch Lehrerin, sie ist sehr besorgt. Ihr Ehemann, der vor Jahren sehr liberall gelebt hat, ist nicht zu erkennen. Bestürzt bemerkt sie, dass ein Junge, Tim (Frederick Lau) sich als Bodyguard ihres Mannes sieht. Für Tim ist die Welt auf einmal in Ordnung, er hat einen Kompass, zuhause hat er nicht viel.

Trotzdem entwickeln sich die Dinge besorgniserregend. Das bemerkt auch der Lehrer. Doch am Freitag ist ein Wasserballspiel. Nach dem Spiel, am Samstag ist sowieso der letzte Tag des Kurses, da würde er...

Auf der Tribune sind die in "weißen Blusen" gekleideten Zuschauer*innen stark präsent. Das Spiel hat immer weniger mit Sport zu tun.

Am Samstag dann die "Auswertung". Ziemlich viele sind es, die den Sätzen ihres Lehrer zuhören. Er liest Auszüge, die seine Schüler*innen geschrieben haben. Die positiven, wie; es tut gut für andere da sein..., wir sind alle gleich (durch Uniform)...
Nur Marco (Max Riemelt) versucht zu widersprechen. Es sei nicht richtig, sie sind alle aggressiv geworden...Es kommt zur Eskalation.
Rainer Wenger will gerade diese Stimmung für sein Plädoyer (aus)nutzen. Er spricht über die kurze Zeit, in der sich so viel verändert hat. Er will der Klasse sagen, dass dieses Experiment nun zu Ende ist.

Wie? Warum? Es war/ist doch so schön, sie waren eine Gemeinschaft, keine Unterschiede, alles lief nach Programm...was sollen sie jetzt.
Doch, die meisten sehen ein, es war "nur" ein Kurs, eine Woche...
Wirklich?
Wann hat sich dieses Experiment "selbstständig" gemacht? Und, wer hat es vergessen, dass einige Jugendliche erst hier eine Art des Lebens, des Agierens zu spüren bekommen. Sie möchten es nicht mehr missen.

FAZIT:
Eine gute Idee, ein Film, der sicher viele Stärken hat. Es gibt Darsteller*innen, die sehr überzeugen. Jürgen Vogel ist immer gut, aber er kann es besser. Auch mir hat Frederick Lau als Tim am besten gefallen. Keine leichte Rolle...
Die ganze junge "Garde" war hier, sie spielen mittlerweile noch besser. Elyas M’Barek und sein Bruder Joseph sind dabei.

Was mich stört? Die Geschichte könnte überzeugender sein. Zu viele Klischees. Wir erfahren sehr wenig über die Hintergründe der Hauptpersonen (obwohl, wieviele sind es?). So bleibt sogar J. Vogel, der in seinem früheren Leben sogar ein ehemaliger Hausbesetzer war; und der sich jetzt in einer eher konservativen Umgebung gefunden hat, ziemlich blass (für seinen Standard!).
Die Schüler*innen kommen fast alle aus Mittelstand, die Probleme, fals es sie gibt, werden nur angedeutet.
Marco's Freundin Karo (Jennifer Ulrich) will nach Spanien. Studieren? Ihre Beziehung bleibt an der Oberfläche, nicht wegen ihrer Jugend, ihre Gespräche sind einfach ohne Inhalt.
Auch ohne Rebellion, gerade diese wurde zu den Schüller*innen passen!

Dass alle den Lehrer anhimmeln, ist auch unwahrscheinlich. Es ist eine neue Sache, aber kann man wirklich in einigen Tagen das vorherige Leben vergessen?

Fragen ohne Antworten.
Trotzdem empfehle ich den Film - wir sehen die Geschichten immer mit subjektiven Augen. So soll es sein. Dass irgendwo in der Nähe eine Gafahr lauert, ist leider....
6 Personen fanden das hilfreich
KautzaAm 31. Oktober 2022 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Gut gemachter Film
Verifizierter Kauf
Der Film zeigt eindeutig das nichts sicher ist. Selbst unsere Demokratie. Meine Tochter war geschockt, da sie die gleichen Sprüche hatte, wie die Schüler in dem Film.
Al CaponeAm 14. Juni 2008 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Ein doch sehr gelungener Film
Verifizierter Kauf
Die Welle, oder auch The Third Wave war ein Experiment, welches der britische Geschichtslehrer Ron Jones mit seinen Schülern hielt, in dem es um Gruppenbildung des damaligen Dritten Reichs ging. Er wollte seinen Schülern beibringen, dass auch zur Zeit der 70er Jahre immer noch Gefahren von Ideologie und Diktatur lauern, wenn man nicht aufpasst. Das Experiment endete überraschend. Jetzt im Jahre 2008 versucht sich der deutsche Regisseur Dennis Gansel an einer verdeutschten Variante des Themas. Der Lehrer Herr Wenger (von seinen Schülern immer nur Rainer genannt) hat für eine Projektwoche das Thema Autokratie erhalten und muss dieses wiederspenstig seinen Zuhörern beibringen. Schon nach den ersten einfachen Fragestellungen kommt ihm eine Idee in den Sinn, einfache Methoden aus alter Schule wiederzuverwenden um die Vorzüge eines solchen Systems zu verdeutlichen. Schon nach einigen Tagen gerät dieser kleine Versuch rapide in eine Bewegung, die nicht mehr einfach zu stoppen ist.

Deutsche Filme haben häufig Schwierigkeiten mit großen Persönlichkeiten aufzutrumpfen und auch Die Welle kann da wenig bieten. Wenn diese wenigen Persönlichkeiten allerdings einen ganzen Film tragen und perfekt inszenieren, dann freut man sich als Zuschauer umso mehr. Beispielsweise Jürgen Vogel, der sich mit der Performance als Lehrer Wenger ein kleines Denkmal gesetzt hat. Solch eine Explosivität und ein ebenso grandioses wie überzeugendes Schauspiel ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Seine Mimik, seine Gestik, einfach alles wirkt wie perfekt für die Rolle als führende Person einer Bewegung geboren. Seine Art die Schüler zu begeistern wirkt ebenso auf das Publikum, immer wieder werden Fragen an die Jugendlichen gestellt, die aber auch gerade weg auf die Zuschauer gerichtet sind, und alles weil die Atmosphäre die Vogel ausstrahlt eine unglaubliche Intensität besitzt. Aber nicht nur "der Star" im Cast verdient Auszeichnung, auch alle Schüler die in dem Kurs von Herrn Wenger sitzen sind eine perfekte Wahl gewesen und bringen den Film schauspielerisch auf ein sehr hohes Niveau. Besonders Frederick Lau als sozial abgeschotteter Jugendlicher wirkt einfach grandios, auch wenn manch Zuschauer das vielleicht auch eher als lustig empfinden mag, was er von sich gibt.

Mit Die Welle inszeniert Gansel eine angsteinflößende Woche rund um die Geschichte und Strukturen der autokratischen Gesellschaft. Vorallem in Deutschland, wo man sich eine solche Staatsform überhaupt nicht mehr vorstellen kann wirkt der Film umso mehr. Die stilistischen Mittel, welche genutzt wurden, sind sehr gut platziert und zeigen dem Zuschauer in jedem Detail wie tiefgründig eine Solche Gemeinschaft entsteht und wie fest diese wenn sie steht zusammenhält. Beispielsweise kann man jede Figur in dem Kurs einer kleinen Gruppierung in einer Stadt oder einem Gesellschaftsstand festmachen. Und alle werden sie von der Welle überrollt und schwimmen mit ihr mit oder treiben sie sogar noch weiter an. Gerade zu Beginn des Films mit der Einführung der Charaktere wird deutlich wie sehr auch die gefestigtsten Gruppierungen oder Verbünde, ja sogar Liebe von einem starken Bund ange- bzw zerbrochen werden können.

Leider geht Die Welle nach einiger Zeit etwas die Fahrt aus den Segeln. Die perfekten Stilmittel, die extremen Wandlungen und auch die Charakterentwicklung stagnieren für gut 30 Minuten sehr stark. Ebenso wird das Bild immer weiter von dem Lehrer Wenger auf die Schüler projeziert ohne weiterhin das Leben des "Anführers" zu beleuchten. Man kann sich zwar vorstellen was genau in seinem Leben während dieser gesellschaftlichen Maßnahmen passiert, aber das sind alles nur vage Vermutungen, vorallem da im späteren Verlauf immer mehr Rechenschaft von ihm gefordert wird, ohne dass der Zuschauer genau weiß wofür er nun gerade belangt wird. Hier wäre eine in Waage gehaltene Beschreibung von Lehrer und Mitgliedern der Welle sicherlich besser gewesen und hätte noch weitere Möglichkeiten für Stilmittel und Charakterentwicklung geboten.

Die Welle versucht mit drastischen Mitteln die Gefahr der Überheblichkeit bezüglich Aussagen über Autokratie darzustellen und das gelingt in fast vollem Maße. Vorallem die Schauspieler und deren Charaktere bringen den Zuschauer beim hinschauen zum Schwitzen und Grübeln. Leider verliert der Film hier und da seinen roten Faden und verläuft etwas schwammig bis hin zum grandiosen Finale, welches allerdings auch noch Fragen offen lässt, wobei diese sicherlich nett zum Nachdenken sind. Gemessen an dem deutschen Highlight des Genres: Das Experiment fällt die Welle vielleicht etwas zu harmlos aus. Viele Andeutungen werden leider nur im kleinen Kreis (Beziehungskrise) gemacht und können wenn überhaupt nur wenig auf eine viel größere Gefahr hin übertragen werden. Wäre dies noch etwas besser gelungen und hätte die schwächere Mittelphase des Films noch etwas mehr Einblick in das Leben von Herr Wenger gegeben, wäre Die Welle neben Das Experiment sicher das deutsche Aushängeschild dieses Genres geworden. So bleibt "nur" ein durch und durch gutes Gesellschaftskritikdrama, was viele Zuschauer zum nachdenken animieren wird.
6 Personen fanden das hilfreich
Ulrich HolwegerAm 6. März 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Ein noch immer wichtiger Beitrag
Verifizierter Kauf
Egal, ob man das Buch liest, den alten Film aus den Achtzigern anschaut, ob es in der Schule behandelt wird oder ob man sich privat damit auseinandersetzt: Die Welle ist für mich einer der wichtigsten Beiträge, wenn es darum geht, zu verstehen, wie man gewollt oder ungewollt Teil eines faschistischen Regimes werden kann.
Dass der Film nun in neu interpretierter und moderner Form zu haben ist, finde ich gut, denn jede Generation sollte sich dieses Phänomen ansehen und sich dabei hineinversetzen können.
Die Handlung ist im Grunde nicht verändert worden: der bei Schülern beliebte und im Kollegium etwas missgünstig beäugte Lehrer Wenger nutzt eine Projektwoche an der Schule für ein Experiment. Er simuliert mit seiner Klasse das Leben in einer Diktatur mit sich selbst als Führer.
Dabei geht er aber äußerst subtil vor, hebt die positiven Aspekte hervor, sorgt für Gemeinschaftsgefühl und Gleichberechtigung, aber ergreift auch hart durch, indem Quertreiber schon mal von der Klasse verwiesen werden.
Was als Spiel beginnt, entwickelt sich allerdings weit über die Schulzeit hinaus, denn die Mitglieder der Welle, wie sich die Gruppe bald nennt, rekrutieren neue Mitglieder, schützen sich gegenseitig und beginnen langsam aber sicher Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Als es neben Sachbeschädigungen auch zu einzelnen Gewaltexzessen kommt, ist klar, dass hier etwas außer Kontrolle geraten ist und Herr Wenger nun in seiner Rolle eingreifen muss.
Was ich an dieser Neuverfilmung gerne hervorheben möchte, ist die grandiose Leistung von Jürgen Vogel, dem man den coolen Lehrer mit ein paar Macken abkauft. Ohne diese Leitfigur würde dem Film ein zentrales Element fehlen. Der Herz sozusagen.
Der zweite Aspekt ist bei aller Treue zur Vorlage, der Mut, ein entscheidendes Detail zu verändern und damit das, was im alten Film unmissverständlich in aller Deutlichkeit gezeigt wurde, nur anzudeuten. Daraus resultierte dann auch die Möglichkeit, den Schlusspunkt zu verändern und das wurde gemacht, wodurch man etwas bedrückt zurückgelassen wird. Ich gebe zu, dass ich zuerst schockiert war, denn dieses Ende hatte ich mir nicht gewünscht. Aber es ist konsequent, wenn aus einem Spiel plötzlich Ernst wird und daher finde ich es im Nachhinein mutig und vielleicht sogar passender als das Original.
Dass nun ansonsten viel mit gängigen Klischees gearbeitet wurde, ganz ehrlich: geschenkt! In der Realität müsste man bei einem solchen Experiment subtiler vorgehen und es über einen längeren Zeitraum strecken, um die verschiedenen Menschentypen einzufangen, aber darum geht es nicht. Es geht darum, aufzuzeigen, dass ein solches Machtgefüge sehr schnell entstehen kann, wenn es zur richtigen Zeit entsteht und ein charismatischer Anführer den Ton angibt und die passenden Worte findet. Auch heute noch!
Technisch ist der Film sauber und modern gefilmt, ohne künstlich modern wirken zu wollen. Es passt alles zusammen und man bekommt einen weiteren Beweis, dass der deutsche Film durchaus anerkennenswerte Werke hervorbringt.
3 Personen fanden das hilfreich
Maryam BalkhiAm 20. September 2022 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Sehr verständlich
Verifizierter Kauf
Ein gutes Film mit viel Bedeutung
Seitenwiese Am 20. Dezember 2019 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Erschreckend aktuell mit wichtiger Botschaft
Verifizierter Kauf
Ich erinnere mich, dass wir früher in der Schule darüber gesprochen haben. Den Film sah ich jedoch jetzt zum ersten Mal. Und den Gesamtinhalt so deutlich vor Augen zu sehen, ist ehrlich gesagt erschreckend. Aber am meisten erschreckend daran finde ich, wie aus einer augenscheinlich harmlosen Idee, die eigentlich gute Ansätze hat(te), ein solches Ausmaß entstehen kann. Noch schlimmer finde ich aber, dass es durchaus Menschen gibt, die sich so leicht beeindrucken und manipulieren lassen, dass sie alles glauben und machen, was man ihnen sagt.
Der Film bringt es absolut auf den Punkt. Er zeigt sehr deutlich, was zu jener Zeit damals schon passiert ist und das wir mit schön redenden Worten ziemlich leicht wieder dahin zurückkehren, wenn nicht endlich was getan wird.

Man kann hier nicht von gut oder schlecht gemacht reden. Man muss zwischen den Zeilen lesen und aufmerksam mitverfolgen. Denn wie ich schon sagte, es ist erschreckend, wie aus einer augenscheinlich harmlosen Idee ein solches Ausmaß entstehen kann. Es braucht nur einen Menschen, der nahezu alles sagt, was einem durch Mark und Bein geht und alle nicken stumm und schließen sich dem an und schon hat man den Salat.
Ich kann nur hoffen, dass jeder, der sich diesen Film anschaut, ernsthaft darüber nachdenkt, wie man heute zu all dem steht. Hört und seht genau hin, lest zwischen den Zeilen. Die Botschaft in diesem Film ist nach wie vor so wichtig und geht uns alle an. Völlig gleich ob jung oder alt. Man kann es auf so viele alltägliche Dinge beziehen. Und meistens fängt es schon beim Mobbing an. Und genau da hört der Spaß auf. Respektiert euch und eure Mitmenschen, steht füreinander ein, helft einander - völlig gleich welcher Religion und Herkunft. Und vor allem lasst euch niemals einreden, nur weil ihr anders seid, seid ihr nicht gut genug. Denn das ist völliger Schwachsinn. Niemand ist perfekt und wird es auch nie sein.
Steht zu euch und eurer Überzeugung, habt den Mut den Mund aufzumachen und zu sagen, was ihr denkt und vor allem lasst euch niemals unterkriegen. Keiner möchte zu diesen Zeiten von damals wieder zurück. Und es liegt an uns selbst, dass wir alles dafür tun, damit das auch niemals wieder so wird. Informiert euch an richtiger, entsprechender Stelle, habt eine eigene Meinung, sprecht mit eurem Umfeld darüber und zeigt deutlich, dass ihr dem Faschismus keine Chance gebt. Nur gemeinsam kann man was gutes bewegen und es schaffen, dass wir niemals wieder eine Diktatur erleben.

Der Film sollte in der Tat als Unterrichtsmaterial dienen. Er bietet mehr als genug Schnittpunkte, die äußerst wichtig in der völligen Darstellung sind.
Ich für meinen Teil halte den Film für absolut sehens- und empfehlenswert.
9 Personen fanden das hilfreich
Toto1978Am 13. Oktober 2011 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Ein eindrucksvoller Film über die traurige Tatsache, dass eine Diktatur in Deutschland jederzeit wieder möglich wäre, weil...
Verifizierter Kauf
...ja, weil, der Mensch von Natur aus "SCHLECHT" ist, und sich vor allem durch Macht ausübende Gemeinschaften und dem Phänomen von Massenveranstaltungen lenken, leiten und problemlos manipulieren lässt. "Der Mensch ist von Natur aus "SCHLECHT" - Erst eine gute und gesunde Erziehung macht ihn zu einem anständigen und positiven Individuum!" Mit diesem Zitat verblüffte mich einer meiner Dozenten innerhalb meines sozialpädagogischen Studiums, und referierte eine gute Stunde im gegenseitigen Meinungsaustausch mit uns Studenten über diese durchaus im ersten Moment für uns sehr provokative Behauptung. Sehr aufschlussreich und informativ machte er uns darauf aufmerksam, dass Pädagogik eigentlich nichts anderes ist, als Manipulation mit dem Ziel Menschen zu positiven Dingen anzuleiten. Er brachte hier sehr viele Alltagsbeispiele, angefangen vom berühmten Zimmer aufräumen bis hin zum Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens - alles Dinge, die der Mensch ohne eine gewisse Anleitung, oder ohne einen Anreiz bzw. Zwang, niemals von sich aus machen oder erlernen würde. Pädagogik ist also die Fähigkeit einem Kind etwas beizubringen, das es selbständig oder freiwillig vielleicht nicht erlernt, gemacht oder sogar abgewiesen hätte.

Das Fatale an dieser Wissenschaft ist der Punkt, dass man alle pädagogischen Methoden und Didaktiken nicht nur zur positiven Veränderung von Menschen (Kindern) gebrauchen, sondern sie konträr genauso gut zur negativen Manipulation missbrauchen kann, ohne dass die "Betroffenen" etwas davon bemerken. Das wird auch in dem Film - Die Welle - ganz deutlich und realistisch dargestellt. Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger, gespielt von Jürgen Vogel, zeigt mit einer hervorragenden schauspielerischen Darbietung, wie man in einem Schulprojekt in kürzester Zeit tatsächlich eine Schulklasse gezielt durch die zwei diktatorischen Grundvoraussetzungen - Macht durch Disziplin, und Macht durch Gemeinschaft - negativ manipuliert, und welche unmittelbaren und erschreckenden Folgen und Auswirkungen eine derartige Manipulation, sowohl auf die Klasse, und wenig später auch auf die Schule und das soziale Umfeld der Jugendlichen haben.

Das konsequente Ausschließen von allen Schülern, die sich nicht an die vereinbarten Regeln, Vorgaben und Vorschriften des Systems halten einerseits, kombiniert mit den tollen Gefühlen wirklich zu der Gemeinschaft dazuzugehören, etwas Wert zu sein und im Notfall auch Freunde zu haben andererseits (Kennen wir das nicht auch irgendwo her? - aus dem Alltag, aus der Schule, aus der Arbeit?), zieht die meisten Schüler, und vor allem den bisherigen Außenseiter Timm Stoltefuss, gespielt von "Youngstar" Frederick Lau, gleich ganz fest in den Bann. Das Adrenalin, das vor allem in vielen Gemeinschaftsaktionen, wie zum Beispiel dem gemeinsamen Schreiten auf der Stelle, regelmäßig freigesetzt wird, kann man als Zuschauer regelrecht spüren, genauso wie die innerlichen Glücksgefühle von Timm, die wenig später auch in euphorische Begeisterung ausarten. (Kennen wir das nicht von irgendwo her? - aus der Freizeit, aus dem Fußball etc.?)

Timm bemerkt aber genauso wie seine Mitschüler nicht, dass es sich bei dieser Gefühlswelt nur um eine Scheinwelt handelt, die sich hinter einer falschen Maskerade versteckt. So eskaliert die Situation bereits am zweiten Tag des Projektes, und die Geschichte - Die Welle - findet ein drastisches aber absolut realistisches Ende. "Was? - Eine Diktatur ist in Deutschland nicht mehr möglich!" - "Wirklich nicht?"
4 Personen fanden das hilfreich
getina89Am 3. Februar 2016 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Einsatz im Schulunterricht
Verifizierter Kauf
Nachdem ich mit einer 9. Klasse die Lektüre von Morton Rhue gelesen hatte, wollte ich gerne eine Filmanalyse einer verfilmten Romanvorlage durchführen und entschied mich nicht für die ältere amerikanisch-klassische Verfilmung der "Welle", sondern für Gansels Neuverfilmung aus dem Jahr 2008. Vorweg kann ich sagen, dass ich damit genau richtig lag.

Inhaltlich weicht diese Verfilmung deutlich von dem Roman und der ursprünglichen Verfilmung ab. So spielt die Handlung in Deutschland, die Charaktere tragen deutsche Namen, die Sportart ist nicht Baseball sondern Wasserball, Gruß und Symbole der "Welle" sind modernisiert und auch die einzelnen Charaktere haben leicht andere Eigenschaften bzw. verhalten sich extremer als es der Roman vorgibt. Der wohl auffälligste Unterschied ist das Ende, welches im Film deutlich drastischer ausfällt als im Buch. (allerdings will ich das Ende hier nicht verraten, um denjenigen, die den Film noch nicht kennen, die Spannung nicht zu nehmen ;-).

Aber gerade diese Unterschiede machen den besonderen Reiz des Films aus und zeichnen ihn als Film zur Lektüre aus. Denn gerade durch diese Unterschiede werden sowohl Handlung, als auch Charaktere noch einmal in den Fokus gerückt, da jetzt genau untersucht werden muss, worin die Unterschiede zwischen Buch und Film bestehen. Oft wurde kritisiert, dass Gansel zu sehr vom Roman abweicht, allerdings ist hier zu sagen, es ist prinzipiell eine eigene Geschichte! Eine eigene Geschichte, die zwar ebenso auf dem Experiment von damals beruht, auf welchem auch Morton Rhues Roman basiert, aber dennoch eine eigene Erzählung, welche eben genau auf ein mögliches Szenario in Deutschland passt. Und gerade dadurch wirkt der Film in seiner Form authentisch.
Einen Stern abgezogen habe ich deshalb, weil ich den Slang und auch gewisse filmische Mittel (Musik,...) doch etwas sehr flappsig finde. Sicherlich hat es seine Berechtigung zur Unterstützung der Aussage und der Wirkung, allerdings für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen.
Dennoch ein guter Film und sehr gut geeignet, um ihn im Zusammenhang mit der Romanvorlage zu behandeln.
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