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Nightcrawler [dt./OV]

 (2.383)
7,81 Std. 58 Min.2014X-Ray16
Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) lebt zurückgezogen in Los Angeles und hält sich mehr schlecht als recht mit kleineren Diebstählen über Wasser. Nach erfolglosem Bemühen um einen anständigen Job, beginnt Lou als freier Kameramann für einen TV-Nachrichtensender zu arbeiten. Sein Spezialgebiet: lokale Verbrechen und Unfälle.
Regie
Dan Gilroy
Hauptdarsteller
Jake GyllenhaalBill PaxtonRene Russo
Genre
SpannungDrama
Untertitel
Keine verfügbar
Wiedergabesprachen
DeutschEnglish
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Nebendarsteller
Riz Ahmed
Produzenten
Jake GyllenhaalJennifer FoxTony GilroyDavid LancasterMichel Litvak
Studio
Bold Films
Inhaltsempfehlung
RauchenAlkoholkonsumSchimpfwörtersexuelle InhalteGewalt
Kaufrechte
Direkt streamen Details
Format
Prime Video (Online-Video wird gestreamt)
Geräte
Kann auf unterstützten Geräten angesehen werden

Rezensionen

4,4 von 5 Sternen

2383 Bewertungen aus einem anderen Land

  1. 66% der Bewertungen haben 5 Sterne
  2. 21% der Bewertungen haben 4 Sterne
  3. 8% der Bewertungen haben 3 Sterne
  4. 3% der Bewertungen haben 2 Sterne
  5. 2% der Bewertungen haben 1 Sterne
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Top-Rezensionen aus Deutschland

Mario_oMAm 27. September 2022 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Sensationsreporter extrem
Verifizierter Kauf
Der Titelheld entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer mehr zum extremen, das macht den Film umso spannender und actionreicher. Jake Gyllenhaal fand ich perfekt besetzt. Auch der Ablauf der Geschichte ist großes Kino, anschauen lohnt sich!
Harold F. CallahanAm 16. September 2022 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Krasse Geschichte
Verifizierter Kauf
Guter Film über einen Aufsteiger, der keine moralischen Grenzen kennt. Nichts für schwache Nerven.
MattscheibenvorfallAm 23. Dezember 2016 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Nightcrawler
Verifizierter Kauf
„That’s my job, that’s what I do, I’d like to think if you’re seeing me you’re having the worst day of your life.”

Lou Bloom hat keinen Job, lebt in einem heruntergekommenen Apartment und hält sich mit kleineren Gaunereien und Diebstählen mehr oder weniger über Wasser. Aber er ist von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt und glaubt, für Größeres bestimmt zu sein. Als er bei einem seiner vielen nächtlichen Streifzüge durch L.A. eher zufällig in einen Verkehrsunfall gerät und einem freiberuflich arbeitendem Kamerateam bei der Arbeit zusieht, ist er fasziniert und entdeckt er genau dort seine vermeintliche berufliche Zukunft…

Das Regiedebut von Drehbuchautor Dan Gilroy, Bruder von Tony Gilroy, dessen erster Film Michael Clayton ja schon ein beachtliches Erstlingswerk war, funktioniert auf vielen Ebenen: als Charakterstudie eines Soziopathen abseits jeglicher Empathie und Moral, als bitterböse und ausgesprochen zynische Abrechnung mit der Medienlandschaft, die den ganzen Zirkus als genau das entlarvt, was er ist, nämlich ein Sammelbecken qoutengeiler Aasgeier, und letztlich auch als ganz klassisch inszenierter Thriller in elektrisierenden Bildern der nächtlichen Straßenschluchten von L.A. Die Kritik an der Arbeitsweise moderner Medien ist dabei noch der offensichtlichste Part, gibt diese sich doch sehr angriffslustig und plakativ. Lou Bloom ist ein Wolf im Schafspelz, nicht wirklich sehr gebildet, aber doch absolut von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt, ebenso rücksichtslos wie durchtrieben, aber auch charmant und smart, wenn es erforderlich ist, der beängstigende Archetyp eines neuen, karriereorientierten Menschen, der zielstrebig auf dem Weg nach oben nur seine eigenen Interessen fest im Blick hat und ohne Rücksicht auf Verluste agiert, vollkommen und ausschließlich auf sich selbst fixiert. Also im Grunde genau so, wie die moderne Leistungsgesellschaft uns alle gerne hätte. Der völlige Mangel an Empathie als herausragendes Alleinstellungsmerkmal und elementarer Bestandteil auf einem steilen Weg die Karriereleiter nach oben, koste es, was es wolle. Lou Bloom ist eine Kreatur, eine moderne Variante von Frankensteins Monster, der fleischgewordene Traum der BILDzeitung, erschaffen durch Sensationsgier und Anspruchsdenken und so artikuliert er sich dann auch, bestimmend, gestochen scharf und überlegt, vermeintlich eloquent, aber eben doch nur mit all diesen leeren Phrasen und Floskeln aus Managementseminaren um sich werfend, irgendwo im Internet aufgeschnappt und angelesen, um über seine mangelnde Bildung hinwegzutäuschen.

Das beste und schlagkräftigste Argument des Films: Jake Gyllenhaal. Der kleine Donnie Darko. Zusammen mit End of Watch, Enemy und Prisoners ist Nightcrawler der vierte Volltreffer in Folge, die drei erstgenannten allesamt zweifellos herausragende schauspielerische Leistungen, aber was er hier als Lou Bloom abliefert, ist dann nochmal deutlich intensiver. Er spielt den eiskalt kalkulierenden Soziopathen überragend, Blick, Mimik, Körperhaltung, alles völlig überzeugend glaubwürdig und sowohl atemberaubend faszinierend als auch beängstigend verabscheuungswürdig zu gleich. Folglich ist Nightcrawler eine reine One Man Show, Rene Russo als Chefin der Nachrichtenabteilung eines eher kleinen Fernsehsenders, Bill Paxton als konkurrierender Freelancer und Riz Ahmed als Blooms Assistent und Erfüllungsgehilfe bleiben erstaunlich blaß, was aber kaum verwundern kann angesichts der erdrückenden Leistung von Gyllenhaal, neben seiner enorm einnehmenden Performance bleibt einfach kein Platz mehr. Mit Nightcrawler etabliert er sich endgültig und unwiderruflich unter den besten Schauspielern seiner Generation, vielleicht sogar darüber hinaus, daran besteht überhaupt kein Zweifel mehr.

Dem im Vorfeld übrigens oft bemühten Vergleich mit Taxi Driver, diesem monolithischen Abbild einer ganzen verstörten Generation, gegossen in ein Einzelschicksal, kann Nightcrawler dann aber doch nicht standhalten. Zwar sind sowohl Lou Bloom als auch Travis Bickle mehr oder weniger Produkte der Gesellschaft, in der sie leben, überhaupt erst geschaffen durch ihre Umwelt, und beide Filme fangen faszinierende Bilder nächtlicher Großstädte ein, das moderne L.A. hier und das New York der 70er dort, aber das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Vor allem erreicht Nightcrawler nie die Tiefe von Taxi Driver, trotz ähnlich beeindruckender schauspielerischer Leistungen der Hauptdarsteller. Es dürfte allerdings spannend sein zu beobachten, wie sich Nightcrawler im Laufe der Jahre in der Wahrnehmung der Konsumenten verändern wird. Vielmehr sehe ich Parallelen zu einem anderen Film als Taxi Driver, nämlich dem in meinen Augen sträflich unterbewerteten und völlig zu Unrecht missachteten Killing Them Softly. Beide zeigen eine ausgesprochen unangenehme Seite des amerikanischen Traums, eine düstere und hässliche Variante des American Way of Life, die nur allzu gern übersehen und ignoriert wird. Der Unterschied besteht nur darin, dass Nightcrawler sich dem medialen Umfeld und der damit eng verknüpften Sensationsgier widmet und Killing Them Softly die wirtschaftliche Seite dieser riesigen Seifenblase ausgiebig beleuchtet und letztlich zum Platzen bringt, in beiden Fällen jedoch ist die Triebfeder die Gier.

Zwar weist Nightcrawler kleinere Plotschwächen auf, aber das ist angesichts Gyllenhaals beeindruckender Performance und der wirklich toll eingefangen nächtlichen Atmosphäre zu verschmerzen. So erscheint zum Beispiel das Beziehungsgeflecht um die Nachrichtenchefin Nina in seiner letzten Konsequenz doch arg konstruiert und wenig plausibel, aber letztlich zeigt auch das nur eine weitere Facette des eiskalten Lou Bloom, insofern fügt es sich vielleicht nicht nahtlos ins Gesamtbild ein, es hakelt ein wenig, aber das tut der Stimmung kaum einen Abbruch. Am Ende ist Nightcrawler zweifellos ein sehr guter Film, hauptsächlich ausgestattet mit einem überragend agierenden Jake Gyllenhaal, aber sicher nicht das Meisterwerk, das mancher vielleicht in ihm sehen mag, und ganz sicher kein moderner Taxi Driver.
8 Personen fanden das hilfreich
WIFler0920Am 29. April 2015 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Ein erstklassiger Film!
Verifizierter Kauf
Wenn man nichts bzw. wenig erwartet und dann überrascht wird, so ist das beim Filme schauen natürlich sehr dankbar und toll.
Wenn man nun aber schon eine gewisse Erwartungshaltung hat, die auch recht hoch angesiedelt ist, diese dann aber immer noch übertroffen wird, so ist das wohl ein riesiges Highlight.
Und so war es.
Nicht nur, dass ich einen Film bekommen habe, der einfach nur sehr gut war, so nach dem Motto "Besser als gedacht", es war ein Film, bei dem sich hinterher herausstellt, dass es quasi all das zusammenbringt, was ich persönlich für einen Film brauche. Sowohl inhaltlich, als auch thematisch.

"Nightcrawler" hat mich umgehauen, wie es lange kein Film mehr geschafft hat. Er gehört zu dieser Kategorie von Filmen, auf die man gewartet hat, ohne es zu wissen. Hier ist im Prinzip alles zusammengekommen, was ein Film so braucht, um mich vollends glücklich zu stimmen.

Ob es nun die Nacht bzw. die Dunkelheit ist, die im Film eigentlich omnipräsent ist und wohl die Abgründe der Menschlichkeit, die hier dargestellt werden, verdeutlicht oder die Gesellschaftskritik, die subtil eingearbeitet und weit davon entfernt ist nervig, aufdringlich oder belehrend zu sein, ist, nicht zu vergessen die grandiose Leistung von Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal - man hat hier eigentlich ziemlich viel richtig gemacht.

Bei all den schrecklichen Dingen die so passieren, verteufelt man ja eigentlich immer die Verbrecher oder die Umstände, die zu einem Unfall führen. Die Täter, die andere Menschen umbringen, die Säufer die sich hinters Steuer setzen, die Vergewaltiger, die Mörder oder eben einfach die, die nicht genug aufpassen, was schließlich zum schlimmst möglichen führt.

Hier in "Nightcrawler" geht es aber nicht um diese Menschen.

Hier geht es um die, die sich wie die Geier darauf stürzen, mit ihren Kameras. Sie sind teilweise sogar eher da, als die Polizei, suchen die beste Einstellung, den besten Winkel, um die bestmöglichen Bilder zu bekommen.
Weshalb?
Natürlich um es so teuer wie möglich an das Fernsehen zu verkaufen.
Sie bauen ihren Erfolg auf dem Schicksal und Leid verunglückter Menschen auf. Auf tragischen Unfällen, auf blutigen Morden.
Die Abnehmer sind dabei natürlich auch ein entscheidender Grund. Die wollen das, so blutig, so brutal wie es nur geht, schließlich bringt das die meiste Quote.
Sicherlich etwas überspitzt, dennoch wirkungsvoll wird hier wohl effektive Kritik geübt, ohne dabei jedoch zu werten.
Es wirkt eher so, als ob verdeutlicht wird, wie die Situation ist und uns dabei überlassen wird, was wir nun davon halten. Letztendlich sticht vor allem eines hervor: Karma, gibt es zwar, aber am Ende des Tages bekommt Hauptfigur Lou Bloom dennoch sein Geld, er wird trotzdem erfolgreich, seinen Namen kennt dann jeder, sein Geschäft kann er vergrößern. So unmoralisch und fragwürdig sein Handeln auch sein mag, es funktioniert. Dabei wird nichts glorifiziert, nichts wird belehrend dargeboten, es wird einfach präsentiert, wir als Zuschauer können selbst überlegen, ob das nun Realität ist oder übertrieben und frei erfunden.

Wenn wir schon bei Lou Bloom sind: ein wohl sehr faszinierende, wie auch abscheuliche Hauptfigur. Einerseits smart, alles durchdenkend, stets mit einem breiten Grinsen und lockeren Spruch, andererseits kompromisslos, kaltherzig und emotionslos. Er strebt nach Macht, weiß wie er dahin kommt, tut auch alles dafür und als er sie dann hat, nutzt er sie auch direkt für eigene Zwecke. Er ist zielstrebig, ehrgeizig und eigentlich sogar ziemlich bewundernswert, andererseits aber eben auch ein Monster.
Jake Gyllenhaal spielt diesen Charakter wirklich überragend. "Brutal" bringt es wohl mit am besten auf den Punkt. Er verkörpert den puren Wahnsinn so erschreckend glaubhaft und authentisch, das man beim Zusehen teilweise wirklich Angst bekommt. Bisher ist er mir, vor allem in den letzten Jahren, schon öfters positiv aufgefallen, was er hier aber zeigt, ist beeindruckend und nicht mit Worten zu beschreiben.

Wie schon gesagt, vor allem die Nacht ist auch ein signifikanter Aspekt des Filmes.
Der Großteil des Films spielt in der Nacht, die Dunkelheit ist also allgegenwärtig. Ich denke schon, man kann das auch bezeichnen dafür sehen, wie hier die Menschen agieren, die uns präsentiert werden, wie eben beispielsweise Lou Bloom oder Nina Romina, deren Absicht eben auch die ist, das schlimmste und erschreckendste Material zu bekommen.

In "Nightcrawler" steckt so viel drin, zum Nachdenken oder zum Diskutieren. Sicherlich ist der Film nicht perfekt, einige Ecken und Kanten hat er dann sicherlich, aber im Großen und Ganzen bietet er so viel und unterhält gleichermaßen wie er schockiert. Jake Gyllenhaal ist dann noch ein zusätzliches Highlight, was den Film aufwertet und wie ich es schon gesagt habe, ist was die Geschichte, die Hauptfigur und die Atmosphäre angeht, eigentlich alles gegeben, dass es gar nicht anders geht und ich diesen Film mögen MUSS. Auch wenn ich derartige Bezeichnungen weniger mag, aber das ist wohl ganz sicher "einer der besten Filme, des letzten Jahres".
4 Personen fanden das hilfreich
RayAm 8. April 2015 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Das Auge der Nacht....
Verifizierter Kauf
Dan Gilroy trat bislang als Drehbuchautor in Erscheinung. Auf sein Konto gehen die Skrips der Filme "The Fall" (Tarsem Singh), "Real Steel" (Shawn Levy) und "Bourne Vermächtnis" (Tony Gilroy, Dans Bruder). Für seine neue Arbeit nahm er auch gleich Platz auf dem Regiestuhl. Gut so, denn mit "Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis" lieferte er eines der überzeugenden Regiedebuts des vergangenen Kinojahres ab. Dan Gilory konnte sogar eine der begehrten Oscar-Nominierungen für sein Drehbuch erlangen. Hauptdarsteller Jake Gyllenhal wurde immerhin bei den Golden Globe mit einer Nominierung berücksichtigt. Bei der ehrwürdigen Academy ging er aber leer aus. Das mag vielleicht damit zusammenhängen, dass er seine Filmfigur Louis Bloom vielleicht in manchen Szenen zu künstlich, zu überzeichnet oder gar grotesk angelegt hat. Bei näherer Betrachtung ist diese Eigenheit aber auch eine der großen Stärken des Films. In diesem Momenten erkennt man den Soziopathen, der sich bislang als erfolgreicher neuer Geschäftsmann getarnt hat. Natürlich ist der Film in seinen besten Momenten ganz Thriller, aber er übt auch Kritik am Sensationsjournalismus. Filmisch steht er dabei als Nachfolger der Klassiker "Reporter des Satans" (Billy Wilder, 1951) oder "Network" (Sidney Lumet, 1976 in bester Verwandtschaft und Gesellschaft.

Die wohl bislang heftigste Kritik über den Sensationsjournalismus kam mit der verhängnisvollen Fahrt durch Paris in der Nacht des 31. August 1997. Um 0 Uhr 25 verunglückte der Wagen von Lady Di und Dodi Al-Fayed in der Alma Unterführung. Der Mercedes Benz prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Tunnenpfeiler. Der angetrunkene Fahrer und Dodi starben noch am Unfallort, Lady Di Stunden später im Krankenhaus. Immer wieder wurde im Zusammenhang mit dem Unfall auch die rasende Meute der dem Mercedes folgenden Paparazzi erwähnt.
Auch beim immer noch sehr aktuellen Flugzeugabsturz des Germanwings Flug 9525 am 24. März 2015 hörte man immer wieder auch in den Nachrichten von diesen Sensationsreportern, die aufgrund ihrer Suche oder besser sogar Sucht nach dem spektakulärsten Foto auch die Bergungsarbeiten der Einsatzkräfte behindert haben sollen.

Gilroys Film ist ein Beitrag zu dieser immer fataleren Entwicklung in unseren Medien, die Geld und Quote machen müssen.
Und Jake Gyllenhals Louis Bloom ist deren Handlanger. Er ist vor seinem Leben als "Nightcrawler" ein Typ, der sich mit kleinen Gaunerein über Wasser hält und mit seinem rostigen Wagen durch Los Angeles fährt um irgendwas zu klauen. Bei einem seiner Fahrten kommt er zufällig zu einem Autounfall und bemerkt dort einen Kameramann (Bill Paxton), der keinerlei Skrupel hat seine Kamera auf die Verletzten und Sterbenden auf der Straße zu halten. Fortan ist eine Geschäftsidee geboren. Er tauscht sein gestohlenes Rennrad ein, um eine Kamera und ein Funkgerät zu bekommen. Mit Letzerem kann er den Polizeifunk abhören, was ungemein erleichtert, wenn man sehr schnell an eimem Ort sein muss, wo man gute Fotos machen kann. Und was eignet sich dafür am besten: Brände, Unfälle, Katastrophen, Schießereien...die Exklusiv-Fotos und Filme lassen sich jedenfalls immer gut verkaufen. Langsam etabliert der harmlos wirkende Louis sich als besonders rücksichtsloser und findiger Kameramann, beliefert mit seinem exklusiven Bildmaterial von Unfällen und Gewalttaten den Nachrichtensender KWLA in Los Angeles, bei dem die unter Erfolgsdruck stehende Journalistin Nina Romina (Rene Russo, Ehefrau von Dan Gilroy) das Sagen hat. Die Frau agiert auch häufig skrupellos und erkennt, dass Louis sie die Erfolgsleiter weiter aufsteigen lassen könnte - daher fördert sie sein Kaltblütiges Talent.
Immer mehr wird aber hinter der höflichen Fassade der Psychopath sichtbar. Louis ist aber auch ein Kind seiner Zeit, er will Erfolg und Geld um jeden Preis - als Geschätsmann weiß er, dass er rücksichtslos am stöärsten mitmischen kann.
Im Internet hat er sich Wissen über Management und Betriebswirtschaft angelegt, das er in Verhandlungen anzuwenden weiß. Und ja...er expandiert und stellt sogar einen Praktikanten an. Der leichtgläubige Rick (Riz Ahmed) braucht dringend einen Job und so wird er zu Louis Navigator, der ihn durch die Straßen von Los Angeles am schnellsten zu den täglichen Katastrophen führen soll...

Und der Zuschauer wird von Dan Gilory auf eine höchst interessante Fahrt mitgenommen, die sich auf dem Höhepunkt in einer Szene gipfelt, die zu den spannendsten Film-Sequenzen der letzten Jahre gezählt werden darf. Louis und sein Assistent sind in dieser Szene sogar vor der Polizei an einem Tatort. Die Gangster sind sogar noch in dem Haus, in dem sie gerade mehrere Menschen kaltblütig erschossen haben. Louis wittert trotz des lebensgefährlichen Risikos die Chance mit diesem Film ganz nach oben zu kommen. Grandios auch die Kamerafahren von Robert Elswitt (Kameraoscar für "There will be blood") durch das nächtliche Los Angeles, die Straßen wirken immer seltsam bedrohlich. Somit weißt "Nightcrawler" eine visuelle Stärke auf, was die düstere Aussage noch bedrückender werden lässt.
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Murrax de LigugéAm 18. August 2022 in Deutschland rezensiert
3.0 von 5 Sternen
EIN US-AMERIKANISCHES CLICHÉ VOLL GETROFFEN
Verifizierter Kauf
Mr. Clown Kaspersen Schnallnix von Eiskaltenhausen und der "American Dream of Career".

Geldmachen durch Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen. Das ist an sich nichts Neues, die hier zelebrierte schräge Tour hingegen um so mehr.

Die Story beginnt dümmlich-träge, nimmt Fahrt auf, um speedy-bräsy sowie total unrealistisch zu werden.

DIESE NUMMER GINGE RECHT GUT ALS PERSIFLAGE DURCH, WÄRE IHR MEHR WITZ IN DAS JACKENFUTTER EINGEARBEITET WORDEN, stattdessen kommt sie im Versuch daher, doch irgendwie ernstgenommen werden zu wollen.

SCHRECKLICHER ZEITKILLER DAS, ES SEI DENN, MAN HABE DABEI ZU BÜGELN, BOHNEN ZU SCHNIPPELN ODER KARTOFFELN ZU SCHÄLEN.
DANN KANN MAN "DATT DINGEN" GERADE NOCH SO EBEN SCHAUEN - G E R A D E . . S O E B E N . . N O C H !!!!
\m/arcolinoAm 3. September 2020 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Zynisch, bösartig und irgendwie sehr realistisch!
Verifizierter Kauf
„Nightcrawler“ handelt von einem Journalisten, der auf der Jagd nach der großen Story so ziemlich jede moralische Grenze übertritt und skrupellos das Leid anderer für sich ausschlachtet.
Regisseur DAN GILROY zeichnet ein zynisches Bild der heutigen Gesellschaft, hält uns unsere eigene „Schaulust“ vor Augen und erzählt nebenbei noch eine amerikanische Geschichte, nämlich die vom kleinen Mann, der sich ganz nach oben arbeitet.

Ich persönlich sehe den Film in erster Linie als Medienkritik und natürlich als Anklage an die Schaulust, die heute, im Zeitalter von YouTube, mehr denn je um sich gegriffen hat.
Kein Unfall ist blutig genug, als dass nicht irgendjemand die Handykamera mitlaufen lässt, kein Leid zu groß, als dass sich nicht irgendeiner daran ergötzt.

JAKE GYLLENHAAL spielt den Kleinkriminellen „Louis Bloom“, der bei einem Unfall zufällig einem „Nighcrawler“ begegnet, einem Kameramann, der dort Bilder vom Unfall filmt. „Louis“ fragt ihn nach einem Job, was dieser aber ablehnt, woraufhin sich „Louis“ eine Kamera besorgt und sich selber auf die Jagd nach spektakulären Bildern macht.
Nach und nach bekommt er den Bogen raus und er erweist sich als ziemlich rücksichtsloser und einfallsreicher Kameramann, der den örtlichen Sender KWLA in Los Angeles, mit aufsehenerregendem Bildmaterial versorgt. Die ebenso skrupellose Redakteurin „Nina Romina“ (Rene Russo), nützt das für ihre eigenen Zwecke. Nach und nach entwickelt „Bloom“ psychoapathische Züge und die Jagd nach Bildern wird für ihn eine Art Obsession, die ihm jegliche Menschlichkeit verlieren lässt ….

JAKE GYLLENHAAL spielt seine Rolle erstklassig, wirklich gut, da springt einen die Besessenheit förmlich an. Auch RENE RUSSO finde ich als skrupellose Redakteurin „Nina Romina“ richtig klasse. Ansonsten wäre noch RIZ AHMED zu erwähnen, der „Bloom's“ Praktikanten „Rick“ spielt.
Die restlichen Darsteller machen alle einen ordentlichen Job, bis auf BILL PAXTON, der ebenfalls einen „Nightcrawler“ spielt, fällt aber keiner großartig auf.

Mein Fazit: „Nightcrawler“ ist stellenweise richtig bösartig und zynisch, manches scheint ein wenig übertrieben, allerdings nie so, dass man ihn für unrealistisch halten würde.
Im Gegenteil, irgendwie packt einen die Story, man ist hin- und hergerissen und weiß nicht so recht ob man nun mit ihm fiebern soll oder ihn verachten soll. Mir gefällt der Film, ich finde ihn klasse, letztendlich zählt der Unterhaltungswert … und der ist meiner Meinung nach sehr hoch.
Doktor von PainAm 11. Mai 2020 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Nicht sehr komplexer, aber dennoch spannender Thriller
Verifizierter Kauf
Louis Bloom (Jake Gyllenhaal) schlägt sich in Los Angeles mit kleinen Gaunereien durch, sucht jedoch ständig nach Möglichkeiten, auf bessere Weise an Geld zu kommen. Eines Nachts begegnet er einem sogenannten Nightcrawler, der mit einer Kamera unterwegs ist, um Unfälle und Verbrechen in der Stadt zu filmen. Das Material verkauft er anschließend an den meistbietenden Fernsehsender, der die Aufnahmen in seinen Nachrichten verwendet. So kommt Louis auf die Idee, selbst zum Nightcrawler zu werden. Er besorgt sich zunächst eine günstige Videokamera und ein Funkgerät, um den Polizeifunk abzuhören. Mit der Zeit hat Louis den Dreh raus, zumal er kaltherzig und rücksichtslos agiert und so an die entsprechenden Aufnahmen kommt. Einen dankbaren Abnehmer findet er beim TV-Sender KWLA und Nachrichtenchefin Nina Romina (Rene Russo), der die Aufnahmen gar nicht blutig genug sein können. Um den Job besser machen zu können, heuert Louis Rick Carey (Riz Ahmed) als seinen Assistenten an. Doch mit der Zeit wird der Nightcrawler immer skrupelloser - und geht für seine Aufnahmen wortwörtlich über Leichen...

Nightcrawler (deutscher Titelzusatz: Jede Nacht hat ihren Preis) ist ein 2014 erschienener Thriller von Dan Gilroy (Drehbuch und Regie). Im Grunde ist die Geschichte wenig komplex und nicht gerade wendungsreich, den Überblick kann man also nicht wirklich verlieren. Doch das ist gar nicht schlimm, denn der Film punktet mit Spannung und einer sehr dichten Atmosphäre. Zudem spielt Jake Gyllenhaal die kaltblütige Hauptfigur, die mit der Zeit immer mehr psychopathische Züge annimmt, wirklich überzeugend, doch auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache gut. Somit ist Nightcrawler ein empfehlenswerter Film, der einerseits zynisch, andererseits aber auch nicht unrealistisch ist. Bild und Ton der Blu-ray gehen in Ordnung, die Extras halten sich allerdings ziemlich in Grenzen.
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