Persischstunden

 (1.429)
7,42 Std. 7 Min.2021X-Ray12
1942. Gilles wird zusammen mit anderen Juden von der SS verhaftet und in ein Lager gebracht. Er entgeht seiner Exekution, indem er schwört, kein Jude, sondern Perser zu sein. Doch dann wird er mit einer unmöglichen Mission beauftragt: Er soll Farsi unterrichten. Offizier Koch, Leiter der Lagerküche, träumt nämlich davon, nach Kriegsende ein Restaurant im Iran zu eröffnen.
Regie
Vadim Perelman
Hauptdarsteller
Nahuel Pérez BiscayartJonas NayLeonie Benesch
Genre
DramaMilitär und Krieg
Untertitel
Keine verfügbar
Wiedergabesprachen
Deutsch
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Nebendarsteller
David SchütterLuisa-Céline GaffronGiuseppe SchillaciAntonin ChalonLola BessisMehdi Rahim-SilvioliNico EhrenteitMarcus CalvinPeter BeckAlexander BeyerLars Eidinger
Produzenten
Timur BekmambetovVadim PerelmanIlya TsofinMurad OsmannIlya StewartPavel BuryaRauf Atamalibekov
Studio
BelarusfilmHype FilmLM MediaOne Two FilmsCohen Media GroupOne Two FilmsOne Two FilmsOne Two FilmsOne Two FilmsOne Two FilmsOne Two FilmsOne Two FilmsOne Two Films
Kaufrechte
Direkt streamen Details
Format
Prime Video (Online-Video wird gestreamt)
Geräte
Kann auf unterstützten Geräten angesehen werden

Rezensionen

4,6 von 5 Sternen

1429 Bewertungen aus einem anderen Land

  1. 72% der Bewertungen haben 5 Sterne
  2. 18% der Bewertungen haben 4 Sterne
  3. 5% der Bewertungen haben 3 Sterne
  4. 2% der Bewertungen haben 2 Sterne
  5. 2% der Bewertungen haben 1 Sterne
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Top-Rezensionen aus Deutschland

BehrangAm 19. Dezember 2020 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Sehr guter Film mit historischen Fehlern1
Verifizierter Kauf
Ich war ziemlich gespannt auf diesen Film und die Vorfreude hat sich extrem gelohnt. Leider hat der Film historische Fehler und das schon zu Beginn der Geschichte. Ich habe mich gefragt, wieso die Vermieter von dem Jungen im Laster mit dem Buch (neben unserem Protagonisten) geflüchtet sind, wenn sie doch Perser waren. Perser waren nämlich von der Deportation der Nazis nicht betroffen. Als ich den Trailer sah dachte ich, dass der Protagonist genau aus diesem Grund sich als Perser ausgibt. Perser/Iraner sind Arier und deshalb ist es doch unlogisch, dass ein Perser von einem Soldaten erschossen werden soll (im Übrigen mit großer Freude) und nur weil der Kollege sagt, dass Koch einen Perser sucht, er in das KZ gebracht wird. Woher soll denn unser Protagonist, dass gewusst haben? Historisch gesehen wird das nicht thematisiert. Der "iranische Schindler" Abdolhossein Sardari hat bis zu 3000 Juden das Leben gerettet, weil er ihnen iranische Pässe gab. Selbst iranische Juden konnten gerettet werden, mit der Argumentation, dass sie Arier waren. Das kann alles sogar im Internet nachgelesen werden. Ich finde diese historischen Fehler sollten nicht passieren und setzen die Heldentat von Menschen wie Abdolhossein Sardari herab. Weiterhin ist es unlogisch, dass Koch (Hauptsturmführer) nach dem Krieg oder kurz vor Ende des Krieges im Iran ein persisches Restaurant eröffnen will. In der Geschichte wurde der Iran nämlich aufgrund des Verdachts einer Koalition mit dem Dritten Reich von britischen und sowjetischen Truppen besetzt. Wieso sollte ein SS-Hauptsturmführer dorthin wollen?
24 Personen fanden das hilfreich
Karsten LemkeAm 1. Januar 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Ein Nazi und ein Jude auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache
Verifizierter Kauf
Der Film "Persischstunden" ist ein bemerkenswerter Film auf Grundlage des schrecklichen Holocaust im Dritten Reich und eine kammerspielartige Glanzleistung der beiden Hauptprotagonisten. Auch wenn einige historische Fehler im Film enthalten sind, ist die Story um die beiden Hauptcharaktere sehr einfühlsam und ruhig gestaltet. Der belgische Jude Gilles ist auf der Flucht in die Schweiz und wird auf dem Weg dorthin von Männern der SS aufgegriffen. Um der Exekution zu entkommen, behauptet Gilles, kein Jude zu sein, sondern Perser. Das rettet Gilles vor dem Tod, denn Hauptsturmführer Klaus Koch ist von Beruf Koch und er möchte nach dem Krieg ein Deutsches Restaurant in Teheran eröffnen. Somit ist ein Bund geschlossen zwischen den beiden Charakteren nur mit dem Problem, Giles spricht kein Farsi und Klaus Koch kann kein Farsi. Weil Gilles ein persisches Buch im Besitz hat und die Wörter Mutter und Vater beherrscht, kann diese Verbindung nur beginnen. Gilles wird nun zum persönlichen Sprachlehrer von Klaus. Wie bringt man aber nun einem Leiter eines Durchgangslagers aber eine Sprache bei, die man selbst nicht kennt? Man erfindet einfach die Sprache neu und dessen Wörter. Koch betraut offiziell Gilles zur Buchführung der gefangenen und getöteten Juden im Lager. Die Namen dieser Opfer sind nun die Grundlage für die Erfindung der neuen Wörter. Dadurch bekommt diese neue Fantasiesprache eine ganz besondere tiefe Bedeutung, denn jedes Wort steht für ein jüdisches Schicksal und Klaus muss bis zum Ende des Krieges mindestens 1500 Wörter erlernen.

Gerade in Deutschland wurde dem Film vorgeworfen, er würde die Grausamkeit des Holocausts in den Hintergrund stellen und sich sogar über den Holocaust lustig machen mit diesem Film. Ich verstehe das absolut nicht und muss diesen Vorwürfen widersprechen. Gerade zu Beginn und während des gesamten Films lässt Regisseur Vadim Perelman die Grausamkeit nicht aus den Augen. Er integriert aber sehr behutsam und sensibel den Schrecken in die Handlung ein, statt in Schocktherapie dem Zuschauer den Schrecken des Dritten Reichs mal wieder vorzuhalten. Atmosphärisch ist dieses Leid und die Hoffnungslosigkeit immer visuell spürbar, denn die Bilder sind enorm ausdrucksstark. Vadim Perelman geht aber noch etwas weiter, denn die Deutschen Personen im Lager sind hier keine identitätslosen Schablonen mehr, sondern sie bekommen hier eine Identität, wenn zwischen den Rängen das Intrigenspiel beginnt und der Zuschauer erkennt, dass auch zwischen diesen Personen ein ständiges Machtspiel tobt.

Vadim Perelman nimmt nur die beiden Personen Gilles und Klaus heraus und bildet ein eigenes kleines Universum, in welchem diese beiden Personen eine besondere Beziehung entwickeln, die trotz aller Grausamkeit schon fast intim und sehr persönlich wird. Klaus bietet Gilles sogar das Du an und lässt ihn an seinen persischen Gedichten teilhaben. Er gibt Gilles auch Nahrung, obwohl er genau weiss, dass Gilles es für seine Mitgefangenen verwendet. Es baut sich auf Basis dieser erfundenen Sprache schon fast eine Freundschaft auf, in welcher der Jude und der Deutsche kaum noch eine Rolle spielen, denn sie Beide haben ja ihre neue Sprache und das verbindet sie. In diesem Kammerspiel um die Entstehung von Worten gerät das Klischee-Bild von Täter und Opfer in den Hintergrund und wir erleben eine etwas groteske Freundschaft um eine groteske Sprache, die es nicht gibt. Der Holocaust selbst bleibt aber immer spürbar im Film, denn alle sind misstrauisch gegenüber unserem ungleichen Paar und beide Personen werden immer wieder mit dem schrecklichen Alltag konfrontiert. Auch die Bedeutung des Holocaust verschwindet hier überhaupt nicht, denn jedes neu erfundene Wort steht für ein Einzelschicksal. Dadurch wird der gesamte Film sehr persönlich und teilweise fast schon intim.

Beeindruckend ist aber die Behutsamkeit, mit welcher Vadim Perelman hier diese Geschichte erzählt und das finde ich sehr bemerkenswert, da hier nicht der grausame Spiegel des Holocausts dem Zuschauer permanent vor die Augen gehalten wird, sondern der Film auch einmal hinter den Spiegel schaut und sei es nur auf Basis einer erfundenen Sprache. Dadurch wird der Film sehr viel persönlicher, ohne die Grausamkeit zu vergessen, denn sie ist in der Handlung integriert.

Zum Thema Holocaust gibt es eine unendliche Liste von Filmen, aber hier wird sehr ruhig eine sehr persönliche Geschichte in Form eines Kammerspiels entwickelt, in welcher die beiden völlig ungleichen Charaktere eines Deutschen und eines Juden im Vordergrund stehen, die den gesamten Film die Wörter dieser neuen Sprache benutzen und diese Wörter stehen für ein Einzelschicksal. Somit sind viele ermordete Juden im Film durch das dazugehörige Wort im Film immer präsent. Es wird auch deutlich, dass die Anzahl der getöteten Juden in einem Lager ausgereicht haben, um eine neue Sprache zu entwickeln, denn Wörter gab es in diesem Lager genug.

Fazit:
Ein bemerkenswerter Film zu einem sehr schwierigen Thema. Regisseur Vadim Perelman hat diesem Thema ein neues Bild oder besser gesagt eine neue Sprache gegeben und das ist das Besondere an diesem Film. Ein sehr tiefsinniger und einfühlsamer Film, der wirklich bewegt und nicht klischeehaft nur schockiert.
19 Personen fanden das hilfreich
Holger HetzlerAm 11. Januar 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Zeitgeschichte trifft auf gute Romanvorlage
Verifizierter Kauf
Es gibt sehr viele Filme die das 3.Reich verarbeiten. Dieser hier zählt qualitativ eindeutig zu den besseren!
Die Rahmenhandlung ist gelungen und stimmig. Lars Eidinger schafft es in Perfektion den SS Hauptmann zu zeigen und in grotesker Weise das Wechselspiel aus mitfühlendem Mensch und eiskalter Bestie.
Das erkennt auch der jüdische Gefangene (was keiner weiß, da er sich in höchster Not als Perser ausgegeben hat)
und bringt ihm in privaten Stunden "Persisch" bei. Oder zumindest das was sich so anhört. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Das besondere an dieser Umsetzung ist, dass nicht nur die bösen Nazi Granden und Bonzen mit ihrer menschvenverachtenden Ideologie gezeigt werden, sondern auch die ganz kleinen "Mitläufer" die die Großen an Brutalität im Alltag sogar noch übertreffen.
Das ist gut umgesetzt und wichtig, da nach dem Krieg ja alle nur Befehle empfangen haben und eigentlich helfen wollten. Dieses Bild ist nach dem Ansehen dieses wirklich sehr guten Films nicht aufecht zu erhalten.
9 Personen fanden das hilfreich
A aus BAm 25. Januar 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Mit Mini-Fehlern behaftet, aber sehenswert & toll!
Verifizierter Kauf
Ein sehr, sehr sehenswerter Film, den ich zunächst sacken lassen musste, nachdem er vorbei war. Ein tolles schauspielerisches Ensemble!
Neben dem von Vor-Rezensenten genannten Fehler, dass Perser nicht fliehen mussten, ist mir noch ein weiterer aufgefallen, denn anfangs behauptet Reza, er könne Farsi weder lesen noch schreiben, aber später schreibt er für Klaus Koch 40 Vokabeln auf. Ich dachte während des Films erst, diese Schreibprobe sei eine Falle von Klaus Koch für Reza, aber es ist wohl doch „nur“ ein Drehbuch-/Regiefehler. Dennoch ziehe ich keinen Stern ab, denn der Film an sich ist absolut gelungen!
7 Personen fanden das hilfreich
Christian OlbersAm 1. Februar 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Das Opfer wird zum Lehrer, der Täter zu dessen Schüler
Verifizierter Kauf
Dies ist eigentlich ein ganz raffinierter Beziehungsfilm vor dem Hintergund der Shoa. In vielen kammerspielartigen Szenen misst sich Lars Eidinger als Hauptsturmführer Koch mit Nahuel Pérez Biscayart als Gilles/Reza. Es geht um den Preis des Überlebens. Den in dem Konzentrationslager Ermordeten erweist der ukrainisch-kanadische Regisseur aus respektvoller Distanz die Ehre; nie wird die Perfidität der Nazi-Herrschaft relativiert. Dennoch entfaltet sich im fortwährenden Perspektivwechsel so etwas wie ein »Alltag« im KZ, einerseits der Häftlinge, aber auch der deutschen Betreiber. Ein großartiger Film. Rundum.
Eine Person fand das hilfreich
Kindle-KundeAm 3. März 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
nach einer wahren Begebenheit
Verifizierter Kauf
Der Film spielt während des 2. Weltkrieges (in Belgien?). Ein Verhafteter gibt vor Persisch zu können. Ihm wird geglaubt, weil er im Besitz eines persischen Buches ist. Ein Offizier sorgt dafür, dass er weitgehend verschont wird, weil er sich von dem Gefangenen Persischstunden geben lässt. Aber mehr sei nicht verraten.
Der Film ist absolut sehenswert, weil hier historische Fakten geschildert werden, ohne dass dafür furchtbare Bilder gebraucht werden, weil Humor ein wichtiger Gegenpol ist, weil beide Protagonisten sehr überzeugend spielen, weil an dem Film einfach alles stimmt.
Eine Person fand das hilfreich
LangeohrchenAm 11. April 2021 in Deutschland rezensiert
4.0 von 5 Sternen
Großartige Überlebensstrategie
Verifizierter Kauf
Der Film wird getragen durch seine beiden hervorragenden Hauptdarsteller, sehr gut dargestellt, wie es möglich war, in den schwierigsten, brutalsten Zeiten in Einzelfällen zu überleben. Die Lebenssituation der anderen Häftlinge wird nur am Rande erwähnt bis auf die Ausnahmen der beiden Italiener. Da hätte ich mir noch eine detaillierte Darstellung gewünscht. Manches ist auch nicht glaubhaft genug dargestellt, z.b. wie der Häftling sich die über 2000 Namen und ihre Ableitungen ohne Hilfsmittel merken konnte. Insgesamt ein sehenswerter Film, der menschliche Größe zeigt.
Franziska VoigtAm 25. Februar 2021 in Deutschland rezensiert
5.0 von 5 Sternen
Toller Kriegsfilm
Verifizierter Kauf
Mir hat der Film sehr gut gefallen, die ein oder andere Szene zieht sich etwas aber es wird trotzdem nicht langweilig. Sehr gut gemacht, Schauspielerisch eine gute Leistung und erschreckend wie im Lager umgegangen wurde. Aber sehr gut nach erzählt. Kann man mehrmals sehen. Man bekommt Einblicke aus dem aufenthalt in einem Lager aus gefangenen Sicht und zeigt wie sie zusammen gehalten haben. Aber auch sehr schockierend welche strafen eingesetzt wurden.
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