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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENT
Überprüft in Deutschland 🇩🇪 am 20. Mai 2021
Anfangs, nach den ersten Kapiteln, dachte ich mir, dass fünf Sterne zu wenig für diesen tollen Roman sind und empfahl ihn schon eifrig im Familien- und Kollegenbereich.
Aber nach dem Zuklappen des Romans gestern Nacht musste ich konstatieren: Nicht nur manchmal hart an der Kitschgrenze, sondern diese mit dem tränendrüsigen, rosaroten Happy End überschritten.

Das Buch selbst ist grundsätzlich absolut empfehlens- und lesenswert, denn hier werden Themen aufgenommen, die jahrelang in der Nachkriegszeit verschwiegen, unter den Tisch gekehrt, in Dokus irgendwo versteckt im Nachtprogramm thematisiert wurden. Und vieles - wie hier rund um die Brown Babies - ist bis zur Stunde unbekannt:
Der Roman greift u.a. folgende Themen auf und verwebt sie zu einem spannenden Ganzen:
- Flucht vor dem Feind; Vertreibung; Vergewaltigungen von Frauen und Kindern durch die alliierten Soldaten; traumatisierte Spätheimkehrer aus Gefangenschaft, die nicht mehr zurechtkommen;
hochrangige Naziverbrecher, die nach dem Krieg wieder gutdotierte, angesehene Posten erhalten;
das immer noch vorhandene Rassendenken bei den Deutschen nach Kriegsende;
Fraternisierung; uneheliche Kinder und Ausgrenzung ("Amiflittchen") der Mütter...
Rassentrennung und Rassismus bei der amerikanischen Armee,
keinerlei Unterstützung für die Besatzungskinder, weder von Deutschland noch von den Alliierten.

All das wird hier gut aufgearbeitet, man lebt und leidet mit unserer sympathischen und taffen Protagonistin Greta mit und hofft auf ein Happy End mit ihrem Soldaten Robert, auch wenn man ja weiß, dass es keines gab.
Die fortschreitende Alzheimererkrankung schildert die Autorin (aus eigener Erfahrung mit ihrer Mutter) sehr authentisch und zu Herzen gehend. Greta hatte jahrelang alles verdrängt, litt an Depressionen und war oft zur Behandlung in Sanatorien. Jetzt, durch Alzheimer, beginnt sie frei über ihre Vergangenheit zu sprechen. Tom, ihr Sohn, hatte nie eine gute Beziehung zu seiner kränklichen, distanzierten Mutter und beginnt zu recherchieren.
Allerdings ist Tom ein richtiger Unsympath: Herrisch, angeberisch, egozentrisch, ein sexsüchtiger Säufer - hier hat die Autorin viel hineingepackt in den Charakter und gewaltig überzogen. Seine ausführlichen Sexeskapaden hätten nicht unbedingt ins Buch gehört und seine Wandlung vom Saulus zum Paulus ist zu schnell und absolut unglaubwürdig. Hier wollte die Autorin zeigen, was seine nicht unbeschwerte Kindheit mit ihm machte, aber das war zu viel des Guten.
Im Gegensatz dazu ist Helga, Gretas Nachbarin, wie ein absolut selbstloses, etwas einfältiges, ungebildetes Faktotum aus dem Komödienstadel gezeichnet - edel, hilfreich und gut. Sie lebt im Alter quasi für ihre Nachbarin Helga und opfert sich rund um die Uhr für sie auf. Auch hier etwas "too much".

Das Ende könnte aus einem Rosamunde Pilcher Roman stammen - noch mehr Happy End ist nicht möglich und das ließ mich dann das Buch auch äußerst frustriert schließen - der rosarote, schmalzige Schluß wird dem Thema nicht gerecht und senkt dadurch das Niveau und die Intention des Buches - nämlich das äußerst wichtige Thema der "Brown Babies" und ihrer Familien bekannt zu machen und aufzuarbeiten.

Fazit: Zu viel hineingepackt und gewollt. Ein äußerst wichtiges, gut geschriebenes und recherchiertes, lesenswertes Buch, leider am Ende zu rosarot, platt und unrealistisch. Jedoch ein Buch, das in Erinnerung bleibt und dafür sorgt, dass man weitere Literatur zu diesem Thema lesen will.
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